Arbeits- und Gesundheitsschutz
Die heute veröffentlichten Ergebnisse der Arbeitszeit- und Belastungsstudie der Universität Göttingen zeigen erstmals auf wissenschaftlich fundierter Basis: Hamburgs Lehrkräfte arbeiten deutlich mehr, als die bestehende Lehrerarbeitszeitverordnung vorsieht und arbeiten somit regelmäßig über der Belastungsgrenze.
Zum Start des neuen Schuljahres am 4. September begrüßt Hamburg 620 neue Lehrkräfte – 80 mehr als im Vorjahr. Dennoch bleiben 58 Stellen unbesetzt, vor allem an Grundschulen (20) und Sonderschulen (18). Besonders betroffen sind die Mangelfächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) sowie Musik und Theater. Auch in beruflichen Schulen fehlen spezialisierte Lehrkräfte. Schüler*innen erleben Unterrichtsausfälle, fachfremde Vertretungen und Qualitätsverluste, etwa beim neuen Pflichtfach Informatik.
Beim diesjährigen Fachtag der GEW Hamburg für das pädagogische und therapeutische Fachpersonal (PTF) an Schulen am 19. Juni stand eines fest: Die Belastungen der Kolleg*innen nehmen zu, der Handlungsdruck steigt. Die GEW Hamburg fordert konkrete Verbesserungen in drei zentralen Bereichen: Vertretungspraxis, Altersentlastung und gerechte Bezahlung.
Info-Veranstaltung zu Fragen der Dienstunfähigkeit, Frühpensionierung und alternativen Beschäftigung
Längere Krankheitsphasen führen oft – zusätzlich zur Belastung durch die Krankheit selbst – zu Unsicherheiten und Existenzängsten bezüglich der persönlichen und beruflichen Zukunft, vor allem, wenn man sich nicht vorstellen kann, wieder in den Schuldienst zurückkehren zu können. Auch ein anstehender Termin beim Personalärztlichen Dienst (PÄD) zur Prüfung der Dienstfähigkeit kann beunruhigen und Fragen nach den Konsequenzen aufwerfen.
Nach der achten Stunde: Erstmal tief durchatmen. Aufräumen. Zusammenpacken. In den Verkehr. Schnell etwas essen. An den Schreibtisch. Da hilft kein Abtauchen ins Nirvana.
„Die Arbeit ist so zu gestalten, dass eine Gefährdung für das Leben sowie die physische und die psychische Gesundheit möglichst vermieden und die verbleibende Gefährdung möglichst geringgehalten wird“.
So steht es in §4 des Arbeitsschutzgesetzes. Dennoch nimmt die Gefährdung durch psychische Belastung für viele Beschäftigte seit Jahren zu.
Digitalisierung muss inhaltlich und technisch ermöglicht und begleitet werden. Doch auch die Arbeitsweise muss Beachtung finden, um bei digitalem Arbeiten und Lernen nachhaltig gesund zu bleiben. Die Krankenstände unter den Lehrkräften, aber auch die Erkrankungen von Kindern und Jugendlichen als Folge unergonomischer Nutzung von Tablets und Computern steigen nachweislich.
In einer Schriftlichen Kleinen Anfrage (SKA) zum Schulleitungsmangel an eigenverantwortlichen Schulen im laufenden Schuljahr geht die Schulbehörde auch auf die mit Unterstützung der GEW durchgeführte Online-Befragung zur Belastung von schulischen Leitungskräften in Hamburg ein.








