GEW Hamburg

Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft - Landesverband Hamburg
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AK Philosophie und Religion

An Hamburgs Schulen wird das Fach „Religionsunterricht für alle“ (Rufa) in Verantwortung der evangelischen Nordkirche durchgeführt. Rufa findet auf der Grundlage des Grundgesetzes Art. 7, (3) als ordentliches Lehrfach in Übereinstimmung mit den Bekenntnissen der Religionsgemeinschaften statt. Die Trägerschaft für diesen Unterricht wird zukünftig gemeinsam von verschiedenen Religionsgemeinschaften gebildet:  Nordkirche, katholisches Erzbistum, jüdische Gemeinde, muslimische und alevitische Verbände. Dieses für Deutschland bislang einzigartige trägerplurale Konzept trifft auf große Aufmerksamkeit.

Etwa 50 Prozent der Schüler*innen und Schüler (lt. Aussage der BSB) wählen allerdings das Fach Philosophie. Wo es denn angeboten wird, nämlich in den Jahrgängen 7 bis 12/13.  Obgleich in Hamburg mittlerweile die Mehrheit der Bevölkerung keiner Religionsgemeinschaft mehr angehört, fehlt für die jüngsten Schüler*innen in unserer Stadt, also in den Jahrgängen 1 bis 6, zum Religionsunterricht eine ernstzunehmende Alternative. Die Bildungsbehörde bietet ein Alternativfach einfach nicht an.  Lediglich die Interessen der Religionsgemeinschaften werden bedient. Der Anspruch eines Unterrichts „für alle“ wird mitnichten eingelöst.

Auch die aktuellen Hamburger Bildungsplan-Entwürfe sollen an dieser Ungerechtigkeit nichts ändern, verbreitern nur deren Basis.  Die Schüler:innen sollen nicht mehr nur von evangelisch ausgebildeten Lehrkräften unterrichtet werden. Künftig sollen auch die islamischen Religionsgemeinschaften, die Aleviten, die Jüdische Gemeinde und das katholische Erzbistum Hamburg für den Religionsunterricht zuständig sein. Jede Religionsgemeinschaft beauftragt „ihre“ Lehrkräfte, den Unterricht nach ihren jeweiligen Glaubensgrundsätzen zu erteilen. So bestimmt es das Bundesverfassungsgericht. Authentische Unterrichtsinhalte für Schüler:innen ohne religiöse Bindung finden in den Bildungsplan-Entwürfen so gut wie keine Berücksichtigung. In den Entwürfen steht dann, dass auch säkular aufwachsende Schüler:innen angesprochen würden. Schaut man genauer in die Pläne, entlarvt sich diese Ansage als Wunschbild, besser noch Trugschluss.

Im Mai 2021 beschloss der GEW-Gewerkschaftstag Hamburg ein Konzept zu Veränderungen im Religionsunterricht in Klasse 1-6. Der Arbeitskreis Philosophie und Religion arbeitet an der Umsetzung dieses Gewerkschaftsbeschlusses.

Alle unsere Veröffentlichungen sind auf dieser Seite zu finden. Wer mehr wissen will, wende sich gerne an den Arbeitskreis. Regelmäßiges Treffen findet alle 6-8 Wochen im Curio-Haus oder online statt.

Wir freuen uns über eine Kontaktaufnahme unter akpur@gew-hamburg.de.

Karin Hufert, Gerhard Lein

Sprecher*innen des AK PuR

GEW Arbeitskreis PuR

akpur@gew-hamburg.de

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