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"10 Jahre Integration von §26(2) Beschäftigten. Was war bisher und wie wird es künftig sein? Rückblick und Ausblick"

Geschrieben von: 
Webredaktion
Grußwort von Anja Bensinger-Stolze, Vorsitzende der GEW Hamburg
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Bei der Versammlung  „10 Jahre Integration von §26(2) Beschäftigten. Was war bisher und wie wird es künftig sein?“ am 16.1.2020 hielt Anja Bensinger-Stolze, Vorsitzende der GEW Hamburg, ein Grußwort, das wir hier wiedergeben.

Wie der Kollege Roland Stolze im behördlichen Auftrag dafür sorgt, dass Kolleg*innen, die nicht mehr vor der Klasse stehen können, eine anderweitige Beschäftigung aufnehmen können, ist im Interview mit ihm in der aktuellen hlz nachzulesen, sowie unter www.gew-hamburg.de/veroeffentlichungen/hlz-mitgliederzeitung/pdf/wiedereingliederung-ombudsmann-weiss-rat

Ebenfalls in der aktuellen hlz schildert eine Kollegin ihr Burnout und macht sich Gedanken, wie es zu schaffen wäre, in der Schule zu arbeiten, ohne auszubrennen, www.gew-hamburg.de/veroeffentlichungen/hlz-mitgliederzeitung/pdf/burnout-nicht-ohne-grund

Grußwort zur Veranstaltung „10 Jahre Integration von §26(2) Beschäftigten. Was war bisher und wie wird es künftig sein? Rückblick und Ausblick“ am 16.1.2020

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen, sehr geehrter Herr Staatsrat Schulz, lieber Roland Stolze,

10 Jahre Ombudsstelle für 26,2-Beschäftigte, das ist auch aus Sicht der GEW ein Jubiläum, dass man nicht einfach verstreichen lassen sollte. Deshalb gibt es in der aktuellen hlz – Hamburger Lehrer*innenzeitung der GEW – ein Interview mit dem Menschen, der diese Funktion seit 10 Jahren ausfüllt. Gewerkschaften, Personalräte und nicht zuletzt der damalige Staatsrat Vieluf haben starken Anteil daran, dass diese Stelle, in dieser Form geschaffen wurde. Es hat natürlich auch davor Kolleginnen und Kollegen gegeben, die aus gesundheitlichen Gründen Dienst an anderem Ort machten. In meiner Zeit im Kapitelpersonalrat Gesamtschulen haben wir als Personalräte versucht, ihre Interessen zu vertreten. Dies war das eine oder andere Mal nötig, weil es Vorbehalte und Vorurteile in den Dienststellen gab, die den Blick auf die Unterstützung die diese Kolleginnen und Kollegen leisten konnten, stark eingeschränkte. Die Vertretung durch die Personalräte war aber nicht ausreichend.  Es wurde sehr schnell klar, dass hier am besten eine Interessenvertretung aus den Reihen der Betroffenen Hilfe, konkrete Beratung und Unterstützung anbieten sollte. Staatsrat Vieluf hatte in seiner vorigen Funktion als Mitarbeiter im LI sehr positive Erfahrungen mit diesen Kolleginnen und Kollegen sammeln können und sich für diese Stelle stark gemacht. Aus Sicht der GEW ist es gelungen, einen erfolgreichen Prozess für eine anderweitige Beschäftigung, so wie es das Beamtenstatusgesetz auch bundesweit seit 10 Jahren vorsieht, in Hamburg zu installieren. In dieser Zeit ist es gelungen, das Ansehen der nicht mehr im „normalen“ Unterrichtsgeschäft tätigen Pädagog*innen stark aufzuwerten! Es ist gelungen Integration und Wiedereingliederung möglich zu machen! Wie wir eben bereits gehört haben und  ja auf den Versammlungen in den letzten Jahren immer wieder feststellen mussten, gelang bzw. gelingt dies nicht ohne Friktionen. Deshalb möchte ich an dieser Stelle – und ich gehe davon aus, dass die hier anwesenden Kolleginnen und Kollegen sich dem anschließen – dem Menschen, der sich trotz dieser Friktionen nicht hat beirren lassen, großen Dank aussprechen! Lieber Roland, herzlichen Dank für Deine Arbeit in den letzten 10 Jahren!

Es freut mich deshalb auch, dass auch Sie, Herr Schulz, in Ihrer Funktion als Staatsrat die 26,2-Beschäftigten und die Ombudsstelle zu schätzen wissen.

Die Gründe, die zu einer gesundheitlichen Begutachtung für eine anderweitige Verwendung führen,  sind vielfältig. Ein möglicher Grund sieht die GEW in den Arbeitsbelastungen an Hamburger Schulen. In der schon erwähnten hlz wurde auch der Artikel einer von Burn out betroffenen Kollegin abgedruckt. Diesen Text kennen viele von Ihnen, weil er bereits in einem der vergangenen Newsletter der Ombudsstelle abgedruckt war. In dem Artikel werden am Ende mehrere Gründe und auch Lösungen formuliert, in welcher Form es zu Verbesserungen und am besten zu einer „Prophylaxe an Schulen“ kommen kann. Als Gewerkschaft haben wir diese als Forderungen an den Hamburger Senat, an die BSB schon lange und immer wieder formuliert und herangetragen. Es geht dabei um die zu hohe Arbeitszeit. An diesem Punkt treffen wir allerdings immer wieder auf taube Ohren bei den politisch Verantwortlichen. Aber wir geben nicht auf! Auch zu dieser Bürgerschaftswahl haben wir das Thema wieder aufgerufen und fordern neben ganz konkreten zeitlichen Entlastungen auch eine wissenschaftliche, unabhängige Untersuchung der tatsächlichen Arbeitszeit und Arbeitsbelastung an Hamburger Schulen. Auch dazu findet sich übrigens in der bereits erwähnten hlz ein Artikel.

Noch einmal zur Ombudsstelle: So lange wir gesundheitliche Begutachtungen von Kolleginnen und Kollegen für eine anderweitige Beschäftigung haben, ist es wichtig, dass es diese Stelle gibt, dass die BSB - mit dem Staatsrat an erster Stelle – diese Stelle und den Prozess der Wiedereingliederung tatkräftig unterstützt!

In diesem Sinne wünsche ich uns gutes Gelingen!
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

Anja Bensinger-Stolze, Vorsitzende der GEW Hamburg