GEW Hamburg

Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft - Landesverband Hamburg
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„Entscheidung über die Abhaltung von Präsenzveranstaltungen den Lehrenden überlassen“

Geschrieben von: 
Webredaktion
Offener Brief an das Präsidium der Universität Hamburg
Bild: www.jenafoto24.de / pixelio.de

Die GEW Hamburg unterstützt den Offenen Brief, in dem eingefordert wird, dass die Entscheidung über die Abhaltung von Präsenzveranstaltungen, solange sie (wie aktuell) rechtlich zulässig sind, den Lehrenden überlassen bleiben muss und nicht eingeschränkt werden darf.

Um über den Kreis an 31 Erstunterzeichnenden hinaus Unterstützung für das Anliegen zu sammeln, die geplante Präsenzlehre im Wintersemester auch zu ermöglichen, wurde aus dem Offenen Brief eine Petition bei openpetition.de erstellt. Sie ist unter https://www.openpetition.de/petition/online/die-geplante-praesenzlehre-im-wintersemester-ermoeglichen zu finden und kann gerne an Kolleginnen und Kollegen sowie weitere Unterstützerinnen und Unterstützer des Anliegens weitergeleitet werden.

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Offener Brief an das Präsidium der Universität Hamburg

Hamburg, den 02.11.2020

„Die Mitglieder der Universität wollen die universitären Aufgaben in der Verbindung von Forschung und Lehre, Bildung und Ausbildung in wissenschaftlicher Unabhängigkeit erfüllen. Sie wollen zur Entwicklung einer humanen, demokratischen und gerechten Gesellschaft beitragen und Frauen und Männern gleichen Zugang zu Bildung und Wissenschaft eröffnen.“ (Leitbild der Universität Hamburg)

 

Sehr geehrter Herr Präsident,

sehr geehrte Mitglieder des Präsidiums,

Hochschulen und Wissenschaft sind von Bedeutung für eine solidarische, nachhaltige Bearbeitung der aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen. Analyse und rationale Argumentation sind hochwirksam gegen Angst, Fake-News, Verschwörungstheorien und Demagogie. Wissenschaft in gesellschaftlicher Verantwortung und die universitäre Gemeinschaft brauchen Begegnung, Bezugnahme, Diskussion, Mimik, Gestik, spontane Anregungen in einem gemeinsam – unter den aktuellen Bedingungen besonders sorgfältig – belebten Raum.

In den letzten Monaten ist viel Arbeit in die Erstellung von Schutz- und Hygienekonzepten für die Realisierung von Präsenzlehre investiert worden, mit denen sowohl die Einhaltung des Mindestabstands als auch die Erfassung von Kontaktdaten überall gewährleistet werden kann. So sind für Seminare mit 20-30 Teilnehmern Hörsäle mit mehreren Hundert Sitzplätzen beplant worden. Ein verantwortungsbewusster Umgang mit der Pandemie besteht in der sorgfältigen Realisierung von Lehre in Präsenz, von Lernen und Begegnung in den Hochschulen. Zudem sind diese Begegnungen das beste Mittel gegen Vereinsamung, Frustration und Stress. Wer die Gefährlichkeit der aktuellen Krise ernstnimmt, fördert die wissenschaftliche Arbeit in den Hamburger Hochschulen.

Die Wissenschaftssenatorin Fegebank führte auf der Pressekonferenz am 30.10.2020 in Bezug auf die Hochschulen aus: „Das heißt nach wie vor: so viel Präsenzlehre wie möglich, soviel digital wie möglich.“ [https://youtu.be/FKe90U0BcGs?t=792]

Solange Präsenzlehre an Hochschulen gemäß der Hamburger SARS-CoV2-Eindämmungsverordnung rechtlich zulässig ist, muss die Entscheidung über die Abhaltung von Präsenzveranstaltungen den Lehrenden überlassen bleiben. Dies gebietet schon das Grundrecht der Freiheit der Lehre (Art. 5 (3) GG; § 11 (1) HmbHG; vgl. dazu auch den Beschluss des Akademischen Senats in seiner 774. Sitzung am 23.04.2020, TOP 13).

Die Unterzeichnenden fordern das Präsidium der Universität in diesem Sinne dazu auf, die geplanten Präsenzveranstaltungen im vollen Umfang zu ermöglichen, selbstverständlich auf Grundlage der entwickelten Schutzkonzepte!

Mit freundlichen Grüßen

Erstunterzeichnerinnen und Erstunterzeichner in alphabetischer Reihenfolge

PD Dr. Knud Andresen (GW)

Prof. Dr. Thomas Berg (GW)

Stefan Christ (GW)

Dr. Ruth Cremerius (GW)

Lukas Eble (EW)

Prof. Dr. Frank Fehrenbach (GW)

Prof. Dr. Thomas Fröhlich (GW)

Dagmar Hainbucher (MIN)

Lisanne Heilmann (EW)

Dr. Marc-Olivier Hinzelin (GW)

Kerstin Hosie (EW)

Nathalie Klinck (GW)

Prof. Dr. Ulla Kypta (GW)

Florian Lampe (WiSo)

Avi Liberman (GW)

Christiane Mettlau (EW)

Florian Muhl (EW)

Mario Navarro (GW)

Jochen Oldörp (GW)

Maura-Dell O’Mahony (WiSo)

Alina Redmer (EW)

Dr. Gilberto Rescher (GW)

Dr. Ana Cecilia Santos (GW)

Prof. Dr. Claudia Schindler (GW)

Nils Schliehe (GW)

Dr. Jessica Schrader (GW)

Daniela Schröder (UK)

Annika Trommeter (UK)

Prof. Dr. Kai Vogelsang (GW)

Prof. Dr. Beáta Wagner-Nagy (GW)

Fanny Weidehaas (GW)