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Vortrag: "Von Lummerland nach Kummerland und zurück" – Eine (Zeit)Reise durch die Medientransformationen eines Kinderliteraturklassikers

Dr. Inger Lison, Institut für Germanistik, Abt. Didaktik der deutschen Sprache und Literatur, Technische Universität Braunschweig
Termin: 
Montag, 21. Juni 2021 - 18:15 bis 19:45
via Zoom

Die mediale Aufmerksamkeit um Michael Endes 1960 erschienenen Kinderroman Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer scheint immer noch kein Ende zu nehmen: zunächst euphorisch gefeiert, später wurden Rassismusvorwürfe laut. Mittlerweile liegt der Kinderbuchklassiker in zahlreichen Medienadaption vor. Im Vortrag soll ein Überblick über diese Vielfalt und die damit einhergehenden veränderten Rezeptionsgewohnheiten gegeben werden. Ein besonderes Augenmerk soll dabei auf die vorgenommenen Modifizierungen im Hinblick auf die Figurenkonzeptionen und verhandelten Themen gelegt werden. So wurde der Hauptprotagonist Jim Knopf beispielsweise in der Inszenierung des Staatstheaters Braunschweig als blonder Junge mit heller Hautfarbe dargestellt, was zu Irritationen unter den kindlichen Zuschauer*innen und teilweise zu anfeindenden Äußerungen seitens des erwachsenen Publikums geführt hat.

Vortrag im Rahmen der digitalen Ringvorlesung "Jenseits der Mediengrenzen. Medienübergreifendes Erzählen für Kinder in didaktischer und literaturwissenschaftlicher Perspektive"

Anmeldung: https://uhh.de/jenseitsdermediengrenzen

 

Die Ringvorlesung ist eine Kooperation mit der Universität Hamburg, dem Grundschulverband Landesgruppe Hamburg, dem Lesenetz Hamburg und kinderundjugendmedien.de

Zeitgenössische Literatur für Kinder erzählt ihre Geschichten oft in Form einer Überschreitung von Mediengrenzen: Verarbeitet werden intertextuelle, interpiktorale oder intermediale Bezüge, zudem sind ursprünglich in anderen Medien erzählte Geschichten in Medienverbünde eingebettet. Kindliche Rezipierende bewegen sich so zunehmend in entgrenzten Medienwelten, deren Erzähltexte wiederum den sich stetig wandelnden medialen Erfahrungshorizont ihres Publikums berücksichtigen müssen. Medienübergreifendes Erzählen steht deshalb zunehmend im Fokus narratologischer und didaktischer Forschung. In diesem Sinne verbinden die Vorträge der Ringvorlesung fachwissenschaftliche und -didaktische Perspektiven in drei Schwerpunkten:

  • Erzählforschung: Welche Formen des medienübergreifenden Erzählens für Kinder gibt es?
  • Rezeptionsforschung: Wie rezipieren Kinder inter- und transmediale Erzählformen?
  • Fachdidaktik: Welche didaktischen Ansätze für inter- und transmediales Erzählen gibt es?