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„Qualität der beruflichen Bildung an der Universität Hamburg in Gefahr“

Geschrieben von: 
Presseredaktion
Institut für Berufs- und Wirtschaftspädagogik: Keine Reaktion des Präsidenten zur prekären Situation seit 2 Jahren

Die Qualität der beruflichen Bildung an der Universität Hamburg ist mehr als bedroht. Grund hierfür ist die derzeitige Unterbesetzung von Professor*innen und die zugleich mangelnde geplante Nachbesetzung dieser Stellen. Seit 2017 traten studentische Vertreter*innen vier Mal an den Präsidenten Dieter Lenzen heran, welcher das Anliegen bisher völlig ignoriert. Auf die letzte Stellungnahme vom 01. Juli 2019 mit der Bitte um ein Treffen erfolgte lediglich die Empfangsbestätigung.

Weiterhin sagte der Präsident seine Teilnahme an einer Podiumsdiskussion zur Perspektive der Berufsschullehrerbildung  am 20. Februar 2019 ab und untersagte die Teilnahme einer Ersatzperson, die für die Uni Stellung bezieht. Dieses Verhalten wird von den Studierenden sowie der GEW als unkooperativ, unhöflich und respektlos empfunden.

„Herr Lenzen redet gerne und oft von einer nachhaltigen Uni. Es ist nicht nachhaltig gedacht, wenn die berufliche Bildung im universitären Bereich immer weiter stiefmütterlich behandelt wird und man sich später über Lehrer*innenmangel beklagt. Diesen Mangel an Nachhaltigkeit müssen sich auch die zuständigen Behörden – die Schul- und die Wissenschaftsbehörde – zuschreiben, die hier leider nicht aktiv werden“, kommentiert Fredrik Dehnerdt, stellvertretender Vorsitzender der GEW Hamburg.

Zitate aus der letzten Stellungnahme:

„Seit fünf Jahren findet durch die Hinhaltepolitik des Präsidiums der Universität keine planvolle Strukturentwicklung mehr statt. Überfällige und anstehende Wiederbesetzungen von Professuren werden verweigert, Professorenstellen ersatzlos gestrichen und aktuell werden sogar die dafür ersatzweise eingerichteten Stellen für wissenschaftliche Mitarbeiter/innen gestrichen oder in Frage gestellt.“

„Statt zusätzlich Stellen zu schaffen, soll die Didaktik aller gewerblich-technischen Fachrichtungen durch eine W1-Stelle vertreten werden. Um es auf den Punkt zu bringen: Unter der aktuellen und zukünftig geplanten unterbesetzten professoralen Personalausstattung ist die berufliche Bildung in Hamburg mehr als bedroht und dementsprechend nicht zukunftsfähig.“

Gemeinsam mit dem Fachschaftsrat Gewerbelehramt (FSR GWL) fordert die GEW:

  • angemessene Ausstattung bzgl. der Anforderungen und Inhalten des Berufsschullehramts,
  • eine erneute Begutachtung der professoralen Stellensituation am IBW,
  • ein attraktiveres, langfristiges Stellenangebot,
  • eine bessere professorale Betreuung der Studierenden – auf Ebene der Lehre und der Abschlussarbeiten,
  • Respekt den Studierenden und den Professor*innen gegenüber,
  • ein persönliches Gespräch mit dem Präsidenten der UHH zu diesem Thema

Weitere Forderungen und Hintergrundinfos finden sich in den  bisher verfassten Stellungnahmen unter http://www.fsr-gewerbelehrer-unihh.de und unter https://www.gew-hamburg.de/themen/hochschule-und-forschung/zur-prekaeren-personalsituation-in-der-berufs-und

© Foto: Karl-Heinz Laube by pixelio.de

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