GEW Hamburg

Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft - Landesverband Hamburg
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Warten auf einen Plan

Geschrieben von: 
Presseredaktion
Thema: 
Schule
Jetzt müssen die Rahmenbedingungen für gelingenden Wechselunterricht und eine Entlastung der Lehrkräfte geschaffen werden

Noch ist offen, ob die Inzidenzwerte in Hamburg eine vorsichtige Öffnung der Schulen nach den Ferien möglich machen. Um eine gewisse Planbarkeit zu ermöglichen fordert die GEW die Schulbehörde auf, nun den Wechselunterricht vorzubereiten, der bei sinkenden Inzidenzzahlen greifen kann, ohne wieder direkt in den Präsenzunterricht ohne die nötigen Abstandsregelungen zurückzukehren. Dabei erwartet die GEW, dass eine Entlastung der Lehrkräfte mitgedacht wird.

„Die Situation an den Schulen in der Pandemie ist schwierig und stellt die Lehrkräfte vor zusätzliche enorme Herausforderungen. Die verschiedenen Unterrichtsmodelle führen zu einer weiteren Mehrbelastung, die nicht tragbar ist. Hierzu zählen neue Aufgaben und Belastungen wie die Vorbereitung der Lernferien und die Abitur-Colloquien, welche an einzelne Lehrkräfte delegiert werden, der zeitliche und gedankliche Aufwand für die Verschriftlichung aller ansonsten mündlich getroffener Aussagen, Absprachen und Ansagen, die Komplexität der Abläufe und Anforderungen bei fehlende Pausen, fehlende klare Ansagen in der Organisation, aber auch bei den Thema Datenschutz sowie ein erhöhter akuter Fortbildungsbedarf während des laufenden Betriebs. Wir erwarten, dass bei den Überlegungen der Schulbehörde eine gezielte zeitliche und organisatorische Entlastung der Lehrkräfte in Form von aktueller Aufgabenkritik sowie klaren Konzepten und Planungen mitgedacht wird“, kommentiert Anja Bensinger-Stolze, Vorsitzende der GEW Hamburg. „Ärgerlich ist die Sprachlosigkeit der Behörde bei diesen Themen. Als befände sich die Schulbehörde schon im Ferienmodus hat sie immer noch keinen Plan für den Unterricht nach den Ferien vorgelegt. Wir befürchten, dass die Behörde wie schon oft Pädagog*innen, Eltern und Schüler*innen am Vortag mit neuen organisatorischen Vorgaben überfällt.“

„Wenn Schulen geöffnet werden, muss der Einstieg mit Wechselunterricht gestaltet werden. Mit diesem Modell können die Schulen auf unterschiedliche Herausforderungen entsprechend der personellen und räumlichen Situation vor Ort Lösungen entwickeln. Entscheidend ist, dass die Zahl der Schülerinnen und Schüler in den Klassen halbiert wird und feste Gruppen gebildet werden. Zudem muss der Schülertransport entzerrt werden. Wechselunterricht ist das beste Instrument, den Gesundheitsschutz aller und das Recht auf Bildung unter einen Hut zu bringen“,  ergänzt Sven Quiring, stellvertretender Vorsitzender der GEW Hamburg.

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