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Stellungnahme der GEW Betriebsgruppe der Ganztagsgrundschule Mümmelmannsberg

Geschrieben von: 
Webredaktion
Thema: 
Schule
„Fehlende Konzepte zur Beschulung in Pandemiezeiten“
GS Mümmelmannsberg

Die GEW schließt sich der Stellungnahme der GEW Betriebsgruppe der Ganztagsgrundschule Mümmelmannsberg an.

Stellungnahme der GEW Betriebsgruppe der Ganztagsgrundschule Mümmelmannsberg

Wir schließen uns den Brandbriefen der anderen Schulen an und möchten darauf hinweisen, dass es bis heute keine angemessenen Konzepte zur Beschulung in Pandemiezeiten gibt. Die Schulleitung, die meistens am Freitagnachmittag Bescheid bekommt wie es weitergeht und dann am Wochenende, oder am Montagmorgen Kolleg*innen informieren muss, ist seit langem an der Belastungsgrenze. Die Kolleg*innen, die nicht nur die Familien und Schüler*innen abtelefonieren müssen, sondern sich auch mit dem gesamten Team, inklusive Träger auseinandersetzen müssen, stehen jede Woche vor neuen Herausforderungen. Planung ist zum Kraftakt geworden, der ungemein viel Zeit und Raum einnimmt. Die wöchentlichen Dienstbesprechungen, Team- und Jahrgangskoordinationen mussten einer Vielzahl an Videokonferenzen weichen. Dieses bedeutet ein enormes Maß an zusätzlicher Organisation. Wir fordern also eine rechtzeitige Information über neue Entwicklungen und Maßnahmen. Wir unterrichten im Fern- und im Präsenzunterricht. Teilweise halten wir am Vormittag Präsenzunterricht und am Nachmittag Videokonferenzen ab. Dazu gesellt sich die ständige psychische Belastung um die Sorgen der Schüler*innen! Werden wir ihnen gerecht, erreichen wir alle, können wir unseren Bildungsauftrag erfüllen? Nein, das können wir alles nicht, zumindest nicht so, wie wir es gerne würden, doch jede/r gibt sein Bestes! Dabei gehen nicht Wenige von uns über ihre persönlichen Grenzen hinweg. Homeschooling hat eine permanente Dauererreichbarkeit mit sich gebracht. Man ist zu jeder Zeit mit Kolleg*innen, Eltern und Schüler*innen vernetzt. Abschalten und Abgrenzung ist kaum mehr möglich. Dieser Bereich, neben den Hygienemaßnahmen, zu dem das dauerhafte Tragen der Masken zählt, bringen eine neue Gefährdung der Gesundheit des Schulpersonals mit sich.

Den digitalen Unterricht setzen wir nach einem Jahr der Pandemie zuverlässig um. Die Weiterbildung und das Einarbeiten in neue Medien hat allerdings viel Zeit, Engagement und Kraft gekostet. Unterstützung von außen gab es kaum. Weiterbildungen wurden aus dem Kollegium rekrutiert. Die Beschaffung digitaler Endgeräte und die Systempflege, muss die Schule größten Teils in Eigenregie leisten. Bis heute läuft hier immer noch nicht alles rund, trotz größter Bemühungen unserer zuständigen Fachkräfte. Große Schulen wie unsere, benötigen Techniker, die regelmäßig zur Installation und Wartung kommen und nicht nur alle paar Monate. Endgeräte für Kolleg*innen lassen noch immer auf sich warten, obgleich wir seit Monaten digitalen Unterricht leisten.

Wir fühlen uns in vielen Punkten von der Schulbehörde im Stich gelassen. Lange wurde behauptet, dass die Schule ein sicherer Ort sei, doch mittlerweile wurden wohl alle eines Besseren belehrt. Wir mussten Klassen, Schüler*innen und Familien in Quarantäne schicken. Es gab infizierte Familien, Schüler*innen und sogar Kolleg*innen. Auch hier mussten wir immer wieder sehr schnell die richtigen Entscheidungen fällen, pädagogisches Fingerspitzengefühl beweisen und eigene Ängste verdrängen. Einen Leitfaden für akute Notfälle gab es nicht. Zuständige Behörden und Ämter waren und sind überfordert. Wir wünschen uns, dass unsere Rückmeldungen gehört werden. Wir wünschen uns, dass über unsere Vorschläge nachgedacht wird. Wir wünschen uns, dass diese auch umgesetzt werden. Wann können wir zum vielfach gewünschten Wechselunterricht zurückkehren? Das Unterrichten in Kleingruppen würde den Kindern und uns Lehrkräften gerecht werden. Wir sind eine KESS 1 Schule und erreichen viele unserer Schüler*innen, trotz aller Bemühungen nicht, oder nur punktuell. Die gesundheitlichen, psychischen und sozialen Folgen für alle Beteiligten werden uns noch lange verfolgen.