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Corona-Beschluss der KMK

Geschrieben von: 
Webredaktion
Thema: 
Schule
„Es mangelt an konkreter Unterstützung“
Bild: Aka / pixelio.de

Die GEW hält das Ziel der Kultusministerkonferenz, Kitas, Schulen und Hochschulen so lange wie möglich offen zu halten, „grundsätzlich für richtig“. Was fehlt ist konkrete Unterstützung. Ein paar Vorschläge.

Die Kultusministerkonferenz (KMK) hat sich heute zum Umgang mit der Corona-Pandemie deutlich für Präsenzlernen in der Schule und für einen Präsenzbetrieb im Wintersemester ausgesprochen. Die GEW hält das Ziel, die Bildungseinrichtungen so lange wie möglich offen zu halten auch „grundsätzlich für richtig“. Doch es gibt auch Kritik. „Gerade in der zugespitzten Pandemiesituation mit der neuen Omikron-Variante des Corona-Virus‘ brauchen die Bildungseinrichtungen mehr denn je ganz hilfreiche Unterstützungsangebote. Hier duckt sich die KMK weg, obwohl Schulen überdurchschnittlich häufig von Corona-Ausbrüchen sowie Quarantänemaßnahmen betroffen sind und schließen mussten“, sagte GEW-Vorsitzende Maike Finnern am Freitag mit Blick auf den Corona-Beschluss der KMK.

Die KMK verbreite sehr viel Hoffnung, biete aber wenig konkrete Maßnahmen und Unterstützung an. In dem Beschluss findet sich neben dem Verweis auf eine ohnehin hohe Impfbereitschaft der Lehrenden und Lernenden an konkreten Maßnahmen zum Gesundheitsschutz nur die Aufforderung, die Impfquote noch weiter zu erhöhen. „Jetzt geht darum, die vierte Welle zu brechen. Dafür müssen die Bildungseinrichtungen bedingungslos unterstützt werden“, betonte Finnern. Maßnahmen zum Gesundheitsschutz der Kinder, Jugendlichen und Studierenden, Pädagoginnen, Pädagogen und Lehrenden sowie der Eltern hätten schon längst deutlich nachhaltiger umgesetzt werden müssen. Das unzureichende Krisenmanagement der Kultus- und Wissenschaftsministerien habe die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten in allen Bildungsbereichen verschlechtert und zu zusätzlichen Belastungen beigetragen, so die GEW-Vorsitzende.

Die Politik muss sofort mit absoluter Priorität folgende Maßnahmen in Angriff nehmen:

  • Luftfilteranlagen, eingebettet in Raum-, Lüftungs- und Hygienekonzepte, müssen umgehend eingebaut werden.
  • Das Tragen von Masken in den Innenräumen der Schulen ist – trotz aller richtigen pädagogischen Bedenken - eine sinnvolle und wirksame Maßnahme, um Infektionen zu verhindern.
  • Die Impfkampagne muss weiter konsequent vorangetrieben werden: Allen Beschäftigten müssten jetzt so schnell und unbürokratisch wie möglich niedrigschwellig Boosterimpfungen angeboten werden.
  • Zudem müssen die 12- bis 17-Jährigen, von denen viele noch nicht geimpft werden konnten, sofort stärker in den Fokus genommen werden.
  • Gleichzeitig muss konsequent getestet werden. Die 3G-Regelung am Arbeitsplatz bedeutet für Schulen, Kitas und Hochschulen: Die Arbeitgeber müssen allen Beschäftigten an diesen Einrichtungen für jeden Arbeitstag einen kostenlosen Test anbieten. Unabhängig davon, ob diese geimpft, genesen oder nicht geimpft sind.
  • Für Kinder, Jugendliche und Studierende sind nach Möglichkeit PCR-Pooltests anzubieten.
  • Zu diesem Maßnahmenpaket gehören zudem die Einhaltung der AHA-Regeln, ein schulisches Hygienekonzept und die Entzerrung des Schülerverkehrs.

Impfen und Testen gehören zusammen!

Neben der Impfung ist auch das Testen weiterhin erforderlich. „Jetzt heißt es: impfen, impfen, impfen und testen, testen, testen! Regelmäßige Tests sind in Kitas, Schulen und Hochschulen notwendig.“ Nach der jetzt geltenden 3-G-Regel am Arbeitsplatz müssten die Arbeitgeber nach Ansicht der GEW allen Beschäftigten an den Bildungseinrichtungen für jeden Arbeitstag einen kostenlosen Test anbieten. Unabhängig davon, ob diese geimpft, genesen oder nicht geimpft sind. „Für Kinder, Jugendliche und Studierende sind nach Möglichkeit PCR-Pooltests anzubieten“, sagte Finnern. Gleichzeitig müssten umgehend Luftfilteranlagen, eingebettet in Raum-, Lüftungs- und Hygienekonzepte, eingebaut werden, forderte die GEW-Chefin. Seit Monaten pocht die GEW darauf, endlich flächendeckend Luftfilteranlagen in den Bildugnseinrichtungen zu installieren. Finnern machte zudem deutlich, dass sie das Tragen von Masken in der aktuellen Situation in Innenräumen der Bildungseinrichtungen für richtig hält: „Das ist eine sinnvolle und wirksame Maßnahme, um Infektionen zu verhindern – sie reicht aber bei weitem nicht.“ Um die AHA-Regeln einhalten zu können, müsse auch der Schülerverkehr entzerrt werden.

„Insgesamt geht es darum, Kontakte zu reduzieren, um die vierte Welle zu stoppen. Alle Menschen in der Gesellschaft müssen mitziehen, Erwachsene jetzt Rücksicht insbesondere auf die Kinder nehmen, die noch nicht geimpft werden können und bei denen die Infektionszahlen aktuell in die Höhe schnellen. Das bedeutet vor allem, auf Massenveranstaltungen zu verzichten“, sagte Finnern.

Bild: Aka / pixelio.de