Mitgliederinfo zum Wintersemester 2012/13

Hochschulen in die Verantwortung nehmen – Für einen „Kodex gute Personalpolitik“
Seite 1 Rundbrief 2012/2

Immer mehr Zeitverträge mit immer kürzeren Vertragslaufzeiten, unsichere Berufsperspektiven und unberechenbare Karrierewege an Hochschulen und in Forschungseinrichtungen – diese Missstände haben Untersuchungen wie der Bundesbericht zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses (BuWiN) oder der Bericht zur Evaluation des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes (WissZeitVG) zu Tage gefördert.

 

Anspruchsvolle Lehre und Forschung werden einerseits gefordert, jedoch lassen angemessene Beschäftigungsbedingungen auf sich warten. Daher hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) mit ihrem Templiner Manifest unter dem Motto „Traumjob Wissenschaft“ zehn Eckpunkte für eine Reform von Berufswegen und Personalstruktur in Hochschule und Forschung vorgelegt (www.templiner-manifest.de).

Die Reform von Personalstruktur und Berufswegen in der Wissenschaft ist nicht nur eine Herausforderung für die politisch Verantwortlichen in Bund und Ländern, sondern auch für die Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Ihre Autonomie in Wirtschafts- und Personalangelegenheiten wurde in den vergangenen Jahren stark ausgebaut. Die wissenschaftlichen Einrichtungen müssen jetzt unter Beweis stellen, dass sie mit ihrer Autonomie verantwortungsvoll umgehen und die gewonnenen Gestaltungsspielräume für die Schaffung attraktiver Karrierewege und Beschäftigungsbedingungen nutzen.

 

Vom "Templiner Manifest" zum "Herrschinger Kodex"

Die GEW schlägt deshalb den Hochschulen und Forschungseinrichtungen vor, sich in einem Kodex „Gute Personalpolitik“ zur Schaffung stabiler Beschäftigungsbedingungen und berechenbarer Karrierewege zu verpflichten. Auf ihrer 6. Wissenschaftskonferenz „Baustelle Hochschule – Attraktive Karrierewege und Beschäftigungsbedingungen gestalten“ im September 2012 in Herrsching am Ammersee hat die GEW Eckpunkte für einen solchen Kodex erarbeitet.

 

„Gute Personalpolitik“ – Ein Leitfaden für Hochschulen und Forschungseinrichtungen

Geht es nach dem GEW-Vorschlag, dann sollen sich die Hochschulen und Forschungseinrichtungen beispielsweise dazu verpflichten, Mindestlaufzeiten für befristete Beschäftigungsverhältnisse zu garantieren, promovierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern (Postdocs) eine geregelte Wissenschaftslaufbahn (z.B.: "Tenure Track") anzubieten und ein aktives Personalmanagement zu betreiben, das stabile Beschäftigung auch bei wechselnder Finanzierung ermöglicht. Weiter wird im „Herrschinger Kodex“ eine konsequente Anwendung der familiengerechten Möglichkeiten des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes gefordert, welche die Verlängerung von Zeitverträgen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die Kinder betreuen, vorsieht.

 

Die GEW fordert die Hamburger Hochschulen und Forschungseinrichtungen auf, sich im Rahmen eines solchen Kodex‘ auf Mindeststandards für berechenbare Karrierewege und stabile Beschäftigungsverhältnisse zu verpflichten.

AnhangGröße
PDF Icon huf_semesterrundbrief_2012_2.pdf998.46 KB