GEW Hamburg

Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft - Landesverband Hamburg
Foto mit GEW-Logo

Befristungsunwesen in der Wissenschaft

Geschrieben von: 
Webredaktion
Her mit dem Wissenschaftsentfristungsgesetz!

Das Wissenschaftszeitvertragsgesetz muss umfassend reformiert werden. Es hat zu Zeitverträgen und unsicheren Karrierewegen in Hochschule und Forschung geführt. Die GEW hat dazu einen Gesetzentwurf vorgelegt. Im Video gibt es prominente Unterstützung!

 „84 Prozent aller wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an Universitäten und 78 Prozent an Fachhochschulen sind befristet beschäftigt“, sagt GEW-Vorstandsmitglied für Hochschule und Forschung, Andreas Keller. Grund dafür sei das Wissenschaftszeitvertragsgesetz (WissZeitVG). Die Ampelkoalition hat sich in ihrer Koalitionsvereinbarung eine Reform dieses Gesetzes vorgenommen.

Die GEW hat nun einen Gesetzentwurf zur Reform des WissZeitVG vorgelegt. Unterstützung gibt es auch von Reyhan Şahin alias Lady Bitch Ray: „Ich bin hier, um auf den Tisch zu hauen, damit sich endlich was ändert!“. Das WissZeitVg schreibe vor, erklärt die promovierte Wissenschaftlerin und Rapperin, dass man innerhalb von sechs Jahre fertig werden müsse mit der Promotion oder mit dem Postdoc. Sonst sei man „draußen aus dem Wissenschaftsbetrieb“, man könne „rausgekickt werden, wenn man bis dato keine Professur hat.“

Es gebe aber keine Alternativen, erklärt Simone Claar vom GEW-Bundesfachgruppenausschuss Hochschule und Forschung: „Professuren liegen jetzt nicht so wirklich wie Sand am Meer auf der Straße und es gibt sehr wenig andere Formate von Dauerbeschäftigung an den Universitäten.“ Die Zeit sei daher reif für eine umfassende Reform des WissZeitVG, das zu einem Übermaß an Zeitverträgen mit zu kurzen Laufzeiten, zu unsicheren Karrierewegen in Hochschule und Forschung geführt hat, sagt GEW-Hochschulexperte Keller. Die GEW hat dazu nun einen Gesetzentwurf für eine Ablösung des WissZeitVG durch ein Wissenschaftsentfristungsgesetz (WissEntfristG) entwickelt. „Dieser Gesetzentwurf soll eine Art Blaupause sein für Bundestag und Bundesregierung, um das Wissenschaftszeitvertragsgesetz vom Kopf auf die Füße zu stellen“, sagt Keller.

Der Entwurf findet sich hier.