GEW Hamburg

Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft - Landesverband Hamburg
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Böse Überraschung!

Geschrieben von: 
Presseredaktion
Drastische Kürzung der Erzieherstunden für den sonderpädagogischen Förderbedarf in Grundschulen

Grundschulen und Grundschulleitungen erleben derzeit eine böse Überraschung kurz vor Schuljahresende. Circa ein Viertel der Erzieherstunden für Doppelbesetzungen in Inklusionsklassen zur Förderung von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf werden zum kommenden Schuljahr wegfallen. Die Grundschulen und deren Schulleitungen wurden darüber nicht  informiert. Der Gesamtpersonalrat Schulen wurde hingehalten mit der Bemerkung: „Derzeit seien keine Änderungen geplant.“ Auch Elternschaft und Öffentlichkeit werden in Unkenntnis gehalten.

Wie kommt es dazu?
Erzieher_innen haben in der neuen Entgeltordnung  (EGO  TVL) ihre Höhergruppierung erstritten, d. h. Erzieher werden teurer. Diese Verteuerung wird kostenneutral umgesetzt und auf die Schulen abgewälzt, indem den Grundschulen  weniger Erzieherstunden und Erzieherpersonal zur Verfügung stehen werden.

Dieses Vorgehen widerspricht den im Haushalt formulierten Grundsätzen.

„Dies ist ein Skandal! Schon jetzt reichen die Stunden für sonderpädagogische Förderung nicht aus. Eine weitere Reduzierung der Betreuung durch Erzieher_innen um rund ein Viertel ist nicht mehr zu packen! So fährt Inklusion gegen die Wand,  nicht nur in Stadtteilschulen, sondern auch in den Grundschulen.
Die GEW Hamburg erwartet, dass auch nach Änderung der Eingruppierung (EGO), Erzieher_innen im gleichem Umfang wie vorher im Bereich Inklusion arbeiten. Hier trifft es die Jüngsten, die Schulanfänger,  die einen guten Start haben sollen. Denn: Auf den Anfang kommt es an!“, so Regina Tretow, zweite stellvertretende Vorsitzende der GEW Hamburg.

Zum Hintergrund:
Für sonderpädagogische Förderung können bis zu 60 % der zugewiesenen Lehrerstunden für Vorschule sowie erste und zweite Klassen in Grundschulen in Erzieherstunden umgewandelt werden, damit mehr Betreuung in Form von Doppelbesetzungen für Inklusionskinder möglich ist.

Bei der Umwandlung stellen die Grundschulleitungen jetzt mit Entsetzen fest, dass sie im kommenden Schuljahr erheblich weniger Personal für die Inklusion und sonderpädagogische Förderung zur Verfügung haben. Neben Veränderung der Förderplanung, um diese weiteren Einschränkungen auffangen zu können, bedeutet dies auch Personalabbau. Und dies kurz vor den Sommerferien! Dies dürfte nicht unpassend sein, denn es fehlen in Hamburg laut Pressemitteilungen rund 300 Erzieher.
Ein Beispiel zu Verdeutlichung:
Derzeit erhalten die Grundschulen für 50 umgewandelte Wochenarbeitszeitstunden (nicht Unterrichtsstunden)  Sonderpädagogik  69 Erzieherstunden. Im kommenden Schuljahr werden es nicht mehr 69 sein, sondern nur noch 53,5 Stunden.