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Rettungskette für Menschenrechte

Geschrieben von: 
Webredaktion
Tausende Teilnehmer*innen am 18. September in Hamburg erwartet
Rettungskette für Menschenrechte

Rettungskette für Menschenrechte, für Aufnahme von mehr schutzsuchenden Menschen und gegen das Massensterben an Europas Außengrenzen

GEW Treffpunkt 18.9.21, 11:00 Uhr S-Bahn Wilhelmsburg, Fußgängerbrücke zur Umweltbehörde, wir gehen dann gemeinsam den Kilometer bis zur Ketten-Strecke an der Georg-Wilhelm-Straße. Bitte seid dabei!

Eine Woche vor der Bundestagswahl soll mit einer Menschenkette ein deutliches und engagiertes Zeichen für einen humanen Umgang mit Menschen auf der Flucht gesetzt werden. Die Rettungskette für Menschenrechte wird von Hamburg bis zur italienischen Adriaküste reichen. Anfang 2019 entstand die Idee zu der Aktion aus Protest gegen die Beendigung der Seenotrettung durch die EU, die wachsende Kriminalisierung von Seenotretter*innen, die Zunahme von Pushbacks und damit die steigende Zahl ertrunkener Flüchtlinge auf dem Mittelmeer. Allein für dieses Jahr wird sie bereits mit über Tausend beziffert.

Das Projekt musste wegen der Corona-Pandemie mehrfach verschoben werden. Jetzt aber soll es endlich verwirklicht werden, um das Elend der in Europa Schutz Suchenden ins Bewusstsein der Wähler*innen zu rücken.
„Mit einer Menschenkette von Hamburg bis zum Mittelmeer“, beschreibt der Vorsitzende der GEW Hamburg Sven Quiring das Ziel, „möchte die Aktion Rettungskette für Menschenrechte ein Zeichen setzen für mehr Menschlichkeit, gegen das Sterben im Mittelmeer oder in der Sahara und gegen das Elend in den Lagern an den EU-Außengrenzen!“

Traurige Aktualität erhält das Anliegen der Rettungskette durch die verzweifelte Lage der Menschen in Afghanistan, die vor den Taliban aus ihrem Land zu fliehen versuchen. Die selbst aus Afghanistan stammende Rechtsanwältin Mehria Ashuftah Lührig, Leiterin der Refugee Law Clinic - KnowYourRights - der Rechtsfakultät an der Universität Hamburg, sagt dazu: „Dem katastrophalen Versagen regierender Politiker*innen, die tausende an Leib und Leben bedrohte Afghan*innen schändlich im Stich gelassen haben, müssen wir mit der Rettungskette zigtausend-fache Solidarität entgegensetzen.“

Der nördlichste Teil der Rettungskette wird am Hamburger Hauptbahnhof beginnen und am Bahnhof Harburg enden. Andrea Gräber vom Kirchenvorstand der Gemeinde Tonndorf, Mitglied in der Versammlungsleitung, über den weiteren Verlauf:
„Die symbolische Rettungskette mit ihren vielen einzelnen Menschenketten führt von Hamburg durch die Heide nach Hannover und dann weiter durch das südliche Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Bayern bis an die österreichische Grenze. Von dort geht sie durch Österreich und Italien bis ans Mittelmeer. In Städten, die abseits dieser Route liegen, wird es symbolische Rettungsringe geben.“

„Mit unseren vielen Partnergruppen und -organisationen wird die Rettungskette ein starkes Signal senden für ein solidarisches und offenes Europa, das nicht mehr die Zuflucht Suchenden bekämpft, sondern die Fluchtursachen“, ergänzt Hermann Hardt vom Flüchtlingsrat Hamburg e.V. „Wir werden ein sichtbares und hörbares Zeichen setzen für eine den Menschenrechten verpflichtete Asyl- und Migrationspolitik.“

Auf Bundesebene haben sich bisher 7 NGOs (JUGEND RETTET, MISEREOR, MISSION LIFELINE, SARAH, Sea-Watch.org, SOS MEDITERRANEE UNITED4RESCUE) und auf lokaler Ebene 280 deutsche, österreichische und italienische Gruppen diesem transnationalen Projekt angeschlossen – täglich werden es mehr. Bundestagsabgeordnete, prominente Persönlichkeiten wie Jean Ziegler und Künstler wie Konstantin Wecker oder die Hamburger Band Tocotronic unterstützen es.

In Hamburg wird die Aktion bisher von folgenden Partnergruppen und -organisationen unterstützt:
AG Flucht / Bündnis Solidarische Stadt Hamburg ++ Bündnis Hamburger Flüchtlingsinitiativen ++ Bündnis Hamburg hat Platz ++ Cafè Refugio ++ Ev.-Luth. Kirchengemeinde Tonndorf ++ Flüchtlingsrat Hamburg e.V. ++ GEW Landesverband Hamburg ++ Kinderladen Maimouna e.V. ++ OMAS GEGEN RECHTS ++ Refugee Law Clinic ++ Sea-Eye Lokalgruppe Hamburg ++ #unteilbar Bergedorf ++ Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes / Bund der Antifaschist*innen ++ Volksinitiative gegen Rüstungsexporte ++ WillkommensKulturHaus Ottensen.
Außerdem rufen die Landesvorstände der Parteien BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN und DIE LINKE zur Teilnahme auf.

Die in ihren Fraktionen für Fluchtmigration zuständigen Bürgerschaftsabgeordneten Carola Ensslen (Linke, 0175-7240353) und Michael Gwosdz (Grüne, 040-42831-2809) haben sich für die Versammlungsleitung und für Pressekontakte zur Verfügung gestellt.