GEW Hamburg

Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft - Landesverband Hamburg
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Längst überfällig

Geschrieben von: 
Webredaktion

Seit 2015 verstärkt die GEW Hamburg ihre Forderung nach A13 Z  bzw. E 13 für alle Grund- und Mittelstufenlehrkräfte!

Gemeinsam mit der GEW Bremen und Schleswig-Holstein haben wir im Herbst 2015 an die sozialdemokratischen Bildungsverantwortlichen appelliert, die Bezahlung der Gundschul- und Sek-I-Lehrkräfte endlich den anderen Lehrämtern anzupassen. Mit unterschiedlichen Gründen lehnten die Bildungsverantwortlichen unsere Forderungen ab. In Hamburg ist Bildungssenator Rabe (SPD) der Meinung, dass die Grund- und Mittelstufenlehrkräfte sehr wohl A13 bzw. E13 verdient hätten, nur habe er dafür kein Geld. Dass der Hamburger rot-grüne Senat bei immer wieder stolz verkündeten Haushaltsüberschüssen nicht auch an eine gerechte Bezahlung der Grund- und Mittelstufenlehrkräfte denkt und nicht mit sich reden lässt, ist für die GEW nicht hinnehmbar. Um den politischen Druck auf die sozialdemokratischen Bildungsverantwortlichen zu erhöhen, haben die drei GEW-Landesvorsitzenden aus Bremen, Schleswig-Holstein und Hamburg eine Stellungnahme zum EqualPayDay am 19.3.2017 herausgegeben und sie aufgefordert, ihrem Werbeslogan „Gleiches Geld für gleichwertige Arbeit von Männer und Frauen“ nachzukommen und die Grundschullehrkräfte, die zu über 80 Prozent weiblich sind, endlich besser zu bezahlen. Eine von der GEW in Auftrag gegebene Studie belegt nämlich, dass aufgrund des hohen Anteils von Frauen in dieser Schulform die A12 Besoldung von Frauen an Grundschulen eine mittelbare Diskriminierung darstellt.

Auf den Hamburger Gewerkschaftstagen 2015, 2016 und 2017 haben wir immer wieder zu diesem Thema informiert, diskutiert und entsprechende Beschlüsse gefasst.

Senator Rabe hat mit der jetzt zum Schuljahresanfang in Kraft getretenen Besserstellung der Schulleitungen (A14) und Stellvertretungen (A13Z) kleiner Grundschulen einen Schritt in die richtige Richtung getan. Er begründet dies damit, dass man das Engagement und den professionellen Einsatz an kleinen Grundschulen würdigen möchte. Der Ausbau des Ganztags und der generelle Aufgabenzuwachs werden dabei erwähnt. Dies ist richtig. Diese Argumente sind ebenfalls für eine Aufwertung der Arbeit der Lehrkräfte an Grund- und natürlich an Stadtteilschulen heranzuziehen. Grundschul- und Mittelstufenlehrkräfte arbeiten mit den heterogensten Schülergruppen. Sie helfen Kindern, die Welt zu verstehen. Sie bilden Persönlichkeiten und wecken die Freude am Lernen. Sie haben eine lange wissenschaftliche Ausbildung, arbeiten kindbezogen und theoretisch fundiert. Es gibt keinen Grund, diese Lehrkräfte an Hamburger Grund- und Stadtteilschulen anders zu bezahlen als andere Lehrämter!

Wie geht es jetzt weiter? Um unseren Zielen Nachdruck zu verleihen, hat sich seit Anfang des Jahres dem Beschluss des Landesvorstands im Januar folgend eine Arbeitsgruppe getroffen und weitere Schritte auf den Weg gebracht. Seit dem 13.2.18 haben wir ein Rechtsgutachten von Prof. Brinktrine aus Würzburg vorliegen, dass eindeutig besagt, dass die Besoldungspraxis mit der schlechteren Bezahlung von Grund- und Mittelstufenlehrkräften in Hamburg verfassungswidrig ist! Wir haben die BSB zu Verhandlungen und Gesprächen aufgefordert – bis jetzt ohne Reaktion! Bleibt das so, werden wir – unterstützt durch unseren gewerkschaftlichen Rechtsschutz – den Klageweg beschreiten. Die Vorbereitungen sind im Gange.

Unsere Forderung nach A13Z / E13 für alle beamteten und angestellten Grund- und Mittelstufenlehrkräfte und damit die Forderung nach gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit ist nichts weiter als berechtigt und gerecht. Dafür treffen wir uns zu einer Protestversammlung am 23.5.18 (17 – 19 Uhr) vor dem Hamburger Rathaus. Seid dabei!

Die Mitglieder unserer Arbeitsgruppe JA13 kommen sehr gerne in die Kollegien, Betriebsgruppen, Lehrerkonferenzen oder Personalversammlungen in die Schulen und informieren über die Kampagne.