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Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft - Landesverband Hamburg
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„Europa ist Motor der Gleichstellung von Frauen und Männern“

Geschrieben von: 
Webredaktion
Internationaler Frauentag: GEW ruft auf, sich an den Europawahlen zu beteiligen - Anliegen der globalen Frauenstreikbewegung unterstützt
DGB Kampagne zur Europawahl

„Die Gleichstellung von Frauen und Männern gehört zu den Grundwerten der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW)  und der Europäischen Union (EU)“, betonte GEW-Vorsitzende Marlis Tepe zum Internationalen Frauentag am 8. März. „Damit die EU Motor für Gleichstellung bleiben kann, macht sich die GEW dafür stark, bei den Europawahlen am 26. Mai Parteien zu wählen, die dieses Ziel auch verfolgen. Für ein soziales und geschlechtergerechtes Europa ist noch viel zu tun.“

Der Aufstieg rechtspopulistischer und nationalistischer Kräfte stehe diesen Werten entgegen und stelle die EU vor existenzielle Herausforderungen. „Wo demokratische Errungenschaften abgebaut werden, stehen auch sicher geglaubte Frauenrechte wieder in Frage. Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter verteidigen die europäischen Grundwerte“, sagte Tepe.  „Europa ist bislang ein Motor für Gleichstellung - und das muss so bleiben. Es muss auch zukünftig als Bollwerk gegen den Antifeminismus wirken. Eine gute Zukunft für Frauen und Männer lässt sich besser verwirklichen, wenn wir die demokratischen Kräfte und damit ein politisch vereintes, wirtschaftlich starkes und sozial gerechtes Europa mit unseren Stimmen stärken.“

„Wir für ein soziales Europa!“ lautet das Motto des Internationalen Frauentags 2019. Die GEW beteiligt sich an der Kampagne des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). Mit dieser sollten, so Tepe, Frauen motiviert werden, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen. Ziel der Kampagne sei, herauszustellen, was die EU für die Gleichstellung von Frauen und Männern macht: „Hier gibt es noch Informationsbedarf“, sagte die GEW-Vorsitzende.

Die GEW mache sich zudem dafür stark, wieder eine verbindliche EU-Gleichstellungsstrategie einzuführen. „Frauenpolitisch ist die aktuelle EU-Gleichstellungspolitik zu vage“, unterstrich Tepe. Für das zu erwartende neue Aktionspapier der Kommission nach der Europawahl schlägt die GEW konkretere Formulierungen vor, um die Gleichstellung der Frauen in der EU zu verbessern. „Frauen müssen eine faire Chance haben, ihre Existenz eigenständig zu sichern und selbstbestimmt zu leben. Dafür braucht es verbindliche europäische Regelungen zum gleichen Lohn für gleiche Arbeit und zur Chancengleichheit am Arbeitsmarkt, inklusive Frauen in Führungspositionen“, sagte Tepe. „Zudem müssen Familie und Beruf besser zu vereinbaren sein. Ebenso brauchen wir ein faires Steuersystem.“

Die GEW unterstützt die Inhalte eines Aufrufs zu einem bundesweiten Frauenstreik am 8. März. Mit der Aufforderung, bezahlte und unbezahlte Arbeit nieder zu legen, knüpfe ein breites Netzwerk in Deutschland an eine globale Frauenprotestbewegung an. „Wir freuen uns, dass viele Frauen aktiv werden, um ihre Rechte auch außerhalb der bekannten Strukturen mit kreativen Aktionsformen zu vertreten“, hob Tepe hervor. „Wir teilen viele Anliegen, insbesondere die Forderungen, unbezahlte und bezahlte Sorgearbeit aufzuwerten sowie diese zwischen Frauen und Männern umzuverteilen.“

Info: Die GEW beteiligt sich zum 8. März an Aktivitäten, die Rechte der  Frauen zu stärken. Sie ruft bundesweit zu vielfältigen Aktionen auf – allerdings nicht zum Streik. Der geplante Frauenstreik knüpft an Bewegungen von Argentinien bis Hongkong und Polen bis Italien an. Die Themenpalette reicht von der Ausbeutung von Frauen zu Hause und in der Lohnarbeit über das Recht auf körperliche und sexuelle Selbstbestimmung bis hin zu einer Kritik an tradierten Frauen- und Geschlechterbildern sowie dem Aufschwung rechter Parteien.

Informationen zur DGB-Kampagne: www.dgb.de/europawahl

Informationen zum Frauenstreik: www.frauenstreik.org

Informationen zur Entgeltgleichheit: www.gew.de/ja13