GEW Hamburg

Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft - Landesverband Hamburg
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Arbeitsentlastung an den Schulen - Gemeinsam Druck machen!

Geschrieben von: 
Webredaktion
Brief an die Vertrauensleute der GEW

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Ihr wisst, dass wir seit knapp einem Jahr mit der GEW-Kampagne „Lehrkraft stark machen“ Verbesserungen bei der Arbeitsbelastung und den Arbeitsbedingungen in den Schulen erreichen wollen und dafür kämpfen. Vieles haben wir schon getan (siehe auch www.gew-hamburg.de/mitmachen/aktionen/arbeitsbelastung-an-schulen/umfrage):

- online Umfrage zu den größten Belastungen und Entlastungsforderungen
- Aktionen an einzelnen Schulen z.B. zum Thema Raumbedarf
- Pressearbeit
- Forderungen an die Behörde gestellt
- Plakatkampagne „Lehrkraft stark machen“ in U- und S-Bahnen

Anfang September hat die Behörde ihre Reaktion verkündet: Im Rahmen der Aufgabenkritik wird eine Reihe von Vorschlägen aus den Kollegien aufgegriffen. Die Entlastungen beziehen sich ausschließlich auf außerunterrichtliche Aufgaben wie Prüfungen und Korrekturen, Lernentwicklungsgespräche und Lehrplanarbeit. Einer der drei verbindlichen Präsenztage wird abgeschafft. Weitere Entlastungen sind angekündigt.

Unser GEW-Kommentar dazu: „Gemessen an den Vorstellungen unserer KollegInnen zur Arbeitsentlastung, die wir in einer großen online-Befragung im Frühjahr erhoben haben, bleiben die Ankündigungen des Senators hinter den Erwartungen zurück. Eine grundsätzliche Überprüfung des Arbeitszeitmodells findet nicht statt. Damit bleibt das Hauptübel der großen Belastung der LehrerInnenarbeit erhalten. Den vielen neuen Aufgaben, die noch immer ständig auf die Schulen einprasseln, stehen nicht die entsprechenden Entlastungen gegenüber.“

Mit anderen Worten: Ein sehr kleines Schrittchen, ein Tropfen auf den heißen Stein.

Weiter kommen wir nur, wenn wir gemeinsam Druck machen und die gestiegenen Arbeitsbelastungen nicht länger hinnehmen und auch das Arbeitszeitmodell – 10 Jahre sind genug! – noch einmal in den Fokus rücken. Seit Einführung dieses Modells hat sich Schule enorm verändert: Zwei Säulen Modell, Inklusion, Ganztagsschule und viele andere grundlegende Neuerungen mit großen Anforderungen an die Koordination und Zusammenarbeit der KollegInnen sind dazu gekommen. Nichts davon ist im Arbeitszeitmodell berücksichtigt. Dieses Modell muss dringend überarbeitet und der Arbeitsrealität angepasst werden! Übrigens ist es bezeichnend, dass kein anderes Bundesland das AZM, das neue Anforderungen ausschließlich auf dem Rücken der KollegInnen austrägt, übernehmen wollte…

Daher bereiten wir einen Aktionstag am Aschermittwoch 2013 vor: An diesem Tag sollten Schulen ihre speziellen Arbeitsbelastungsprobleme vor Ort thematisieren. z. B.

- zu hohe Unterrichtsstundenzahl
- viele Konferenzen und steigender Koordinierungsbedarf (ohne Anrechnung von Arbeitszeit)
- zu viele Prüfungen, Korrekturen, Vergleichsarbeiten
- fehlende Räume
- Ausstattungsmängel
- zu große Klassen und Lerngruppen
- fehlende Doppelbesetzung
- keine Ressourcen für Teamarbeit
- zu große Klassen und Lerngruppen
- Umsetzung der Inklusion ohne ausreichende Ressourcen
- Umsetzung der Ganztagsschule ohne ausreichende Ressourcen
- zu viel Verwaltungsarbeit und Bürokratie
- hohe Lärmbelastung
- …

Die GEW unterstützt euch mit Know How, Finanzen, Personen, wenn ihr in eurer Schule vor Ort etwas machen wollt.

Um 17 Uhr treffen wir uns am 13.2.2013 dann zu einer großen gemeinsamen Demo, bei der auch die Karnevalskostüme noch einmal zum Einsatz kommen können und wir die gesamte Asche der Arbeitsbelastung deutlich machen können. Auch SchülerInnen als Betroffene unserer knappen Zeit sind gern gesehen und selbstverständlich mit dabei, vielleicht mit Kostümen, Musik und kleinen Aktionen.

Wir rufen alle PädagogInnen an Schulen zur Teilnahme an den Aktionen auf; neben den LehrerInnen auch das pädagogischtherapeutische Fachpersonal, das bisher noch nicht einmal die erwähnten Tropfen auf den heißen Stein zur Entlastung angeboten bekommen hat. Im Fokus unserer Aktionen stehen neben der Kritik des Arbeitszeitmodells auch andere Belastungen (siehe oben).

Die Öffentlichkeitsarbeit wollen wir fortsetzen und damit deutlich machen, dass schulische Qualität nur mit entlasteten Lehrkräften und guten Arbeitsbedingungen zu haben ist und dafür die reale Arbeitszeit deutlich reduziert werden muss.

Wir fordern in diesem Zusammenhang auch die Behörde auf, eine unabhängige Untersuchung über die reale Arbeitszeit von LehrerInnen in Hamburg in Auftrag zu geben. Das wäre z.B. eine sinnvolle Aufgabe für das Institut für Bildungsmonitoring und Qualitätsentwicklung (IfBQ), das bisher die Schulinspektionen durchführt.

Beteiligt euch an der Kampagne, sprecht mit KollegInnen, macht mit am Aschermittwoch!

Klaus Bullan, Sigrid Strauss

Der Brief zum Download:

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Microsoft Office document icon brief_zu_aschermittwoch.doc849.5 KB

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