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Antikriegstag 2022

Geschrieben von: 
Webredaktion
Krieg kann niemals ein legitimes Mittel zur Durchsetzung politischer Interessen sein!
Foto: DGB

Mit aller Brutalität hat der russische Angriffskrieg auf die Ukraine deutlich gemacht, dass Krieg immer noch als probates Mittel zur Durchsetzung politischer Interessen angesehen wird. Am Antikriegstag 2022 erinnert der DGB Hamburg deswegen nicht nur an die Gewalt der beiden Weltkriege, sondern auch an die Millionen von Toten und Vertriebenen aus den aktuellen gewaltvollen Konflikten weltweit.

Die Vorsitzende des DGB Hamburg Tanja Chawla mahnte: „Die UNHCR hat schon im zweiten Quartal dieses Jahres bekannt gegeben, dass erstmals die Marke von weltweit 100 Millionen Menschen auf der Flucht vor Konflikten, Gewalt, Menschenrechtsverletzungen und Verfolgung überschritten wurde. Allein gut 10 Millionen Menschen sind seit Ende Februar aus der Ukraine geflohen. Krieg geht immer zu Lasten der Bevölkerung. Menschen verlieren ihre Arbeit, ihre Wohnungen und im schlimmsten Fall Familie und Freunde. Viele Menschen in Europa erleben zum ersten Mal seit den Jugoslawienkriegen, wie es ist, wenn Krieg in der Mitte von Europa stattfindet. Das führt zu einem erhöhten Sicherheitsbedürfnis, das sich in der Forderung nach Aufrüstung und Truppenmobilisierung äußert. Das ist zunächst verständlich. Aber: Krieg, Gewalt und Aufrüstung haben noch nie zu einer friedlicheren Koexistenz von Menschen und Nationalstaaten beigetragen. Das Fundament des Friedens bildet immer eine ausgeprägte zivile und demokratische gesellschaftliche Kultur. Deswegen setzen wir uns als Gewerkschafter*innen, gemeinsam mit unseren Kolleg*innen weltweit, schon seit unserer Gründung, gegen Militarismus und Rüstung ein!“

Die Veranstaltungen zum Antikriegstag starten dieses Jahr mit dem traditionellen Gedenken und der Kranzniederlegung für die Opfer von Krieg und Faschismus am Ohlsdorfer Friedhof. Danach lädt der DGB Hamburg gemeinsam mit der VVN-BDA (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes), dem Arbeitskreis ehemals verfolgter und inhaftierter Sozialdemokraten sowie dem Auschwitz-Komitee zur Kundgebung und Hissen der Friedensflagge vor dem Gewerkschaftshaus am Besenbinderhof 60 ein.

Im Vorfeld der Kundgebung sagte Chawla: „Der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften stehen seit jeher für das Zurückdrängen des Faschismus. Denn der Faschismus als totalitäre Ideologie führt zwangsläufig zu Krieg. Für ein friedliches Zusammenleben müssen deshalb demokratische Werte in einer Gesellschaft im Kleinen genauso wie im internationalen Kontakt zwischen den Staaten gelebt werden. Dazu gehört eine Friedenserziehung, die schon im Kindergarten anfängt, aber auch die demokratische Interessensvertretung und echte Mitbestimmung in den Betrieben und den politischen Institutionen eines Landes. Das oberste Ziel muss die Wahrung der sozialen Gerechtigkeit und der internationalen Verständigung sein, um auf dieser Basis gemeinsam und auf Augenhöhe Probleme wie die Ausbeutung von Mensch und Umwelt, Diskriminierung, Verfolgung, Hunger und Armut anzugehen. Krieg und Säbelrasseln, wie es aktuell wieder in vielen Teilen der Welt geschieht, ist dabei nicht hilfreich, sondern ganz klar kontraproduktiv.

Zum Abschluss des Tages diskutieren Tanja Chawla und Dr. Martin Kahl, stellv. wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg (IFSH) und Leiter des Forschungsbereiches Gesellschaftlicher Frieden und Innere Sicherheit, in der Veranstaltung „Frieden schaffen nur mit Waffen?“ über aktuelle friedenspolitische Aspekte und die Frage, welche Rolle Hamburg darin spielt.