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Buchveröffentlichung zum Bremer Polizisten und Judenreferenten Bruno Nette

Geschrieben von: 
Webredaktion
Bernhard Nette: "Vergesst ja Nette nicht!"
VSA Nette

Die Buchpremiere findet am Mittwoch, den 5. April 2017 (Beginn 17.00 h), in der Stadtbibliothek Bremen statt.

Vorankündigung: Buchvorstellung und Lesung durch den Autor im Curio Haus (hinteres Gebäude, Raum Gewerkschaftliches Bildungswerk) am Donnerstag, den 4. Mai 2017, Beginn 18.00 Uhr. Einführung: Fredrik Dehnerdt, 2. Vorsitzender der GEW Hamburg.

Dem einstigen Bremer Gestapobeamten Bruno Nette (1887 - 1960), der zwischen 1940 und 1945 als "Judenreferent" direkt beteiligt war an der Verfolgung und Ermordung von über 800 Menschen, gelang es in der Nachkriegszeit, wie vielen NS-Tätern, das über ihn gefällte Urteil der 1. Spruchkammer Bremen bis zur Unkenntlichkeit abzumildern. Er wurde schließlich am 23. Juni 1950 zum "Mitläufer" erklärt.

Bernhard Nette erforschte das Leben seines Großvaters und der Familie von der Kaiserzeit bis zur Bundesrepublik. Während der NS-Diktatur ging ein Riss durch die Familie in Bremen und Varel mit ihren kommunistischen und sozialdemokratischen Mitgliedern und dem NS-treuen Großvater, aber auch durch die "unpolitische" Hitlerjugendgeneration.

Der Historiker Karl Heinz Roth: "Bernhard Nettes Buch ist eine kompromisslos offene Suche nach der historischen Evidenz, in der der existentielle Antrieb, mit der Biografie eines schreibtischmörderischen Großvaters zurande zu kommen, beeindruckt. Dabei lotet der Autor alle Abgründe aus und wägt seine Berechtigung zum Urteil (etwa über die Kollaborateure der jüdischen Gemeinde) immer wieder ab."

Der Druck des Buches wurde von der GEW Hamburg und der GEW Bremen finanziell unterstützt.

320 Seiten, mit Fotos. VSA-Verlag, Hamburg, März 2017, € 29,80. 

 Einführung: Prof. Christoph U. Schminck-Gustavus (Universität Bremen). Der Autor wird auch in Hamburg Lesungen veranstalten.