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Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft - Landesverband Hamburg
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GEW Prüfsteine für eine "Reform der LehrerInnenbildung"

Geschrieben von: 
Webredaktion
Thema: 
Schule
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Die Schulbehörde will eine Reform der LehrerInnenausbildung in Hamburg erarbeiten. Dazu hat sie zunächst eine ExpertInnenkommission beauftragt, die Vorschläge für eine solche Reform erarbeiten soll.

Die GEW Hamburg hat folgende Prüfsteine diskutiert und beschlossen, die aus unserer Sicht an eine solche Reform angelegt werden müssen:

  1. Die allgemeinbildenden und sonderpädagogischen Lehrämter und deren Studiengänge gewährleisten Mobilität zwischen den Schultypen in Studium und Beruf.
  2. Die allgemeinbildenden und sonderpädagogischen Lehrämter und deren Studiengänge stellen fach- und schultypenübergreifendes Lernen und Lehren sicher. Dies gilt auch für die allgemeinbildenden Fächer des Berufsschullehramts.
  3. Die Lehrämter und Studiengänge halten die Balance zwischen der Spezialisierung auf den Hamburger Schuldienst und der Anschlussfähigkeit in anderen Bundesländern.
  4. Die Zugangsvoraussetzungen zum Studium orientieren sich an den im Lehramt geforderten Kompetenzen und beim Berufsschullehramt zusätzlich an der Beruflichkeit. Ein Zugang über berufliche Vorerfahrungen und Quereinstiege wird ermöglicht.
  5. Die Lehrämter und Studiengänge gewährleisten eine möglichst freie Wahl der Praktikums‐ und Ausbildungsschulen sowie des späteren Arbeitsplatzes.
  6. Die Lehrämter beziehen sich auf einen gemeinsamen Bildungs‐ und Erziehungsauftrag. Dieser ist beim Berufsschullehramt um die Beruflichkeit erweitert.
  7. Die Lehrämter und Studiengänge setzen die Themen Inklusion und Heterogenität in allen Schulformen um. Dies beinhaltet eine inklusionspädagogische Qualifizierung für alle Lehrämter. Für das Lehrmat für Sonderpädagogik muss eine behinderten bzw. sonderpädagogische Vertiefung für alle Förderschwerpunkte, im Studium und im Vorbereitungsdienst, gewährleistet sein.
  8. Die Lehrämter und Studiengänge ermöglichen und fördern das Arbeiten in multiprofessionellen Teams.
  9. Die Lehramtsstudiengänge und der entsprechende Vorbereitungsdienst gewährleisten für alle zukünftigen Lehrer*innen ein hohes Maß an fachdidaktischer, fachlicher und allgemeinpädagogischer sowie personaler und sozialer Kompetenz.
  10. Die Lehramtsstudiengänge lassen den Hochschulen die Freiheit, Curricula nach wissenschaftlichen Gesichtspunkten zu gestalten.
  11. Die Lehrämter und Studiengänge sind Ergebnis (erziehungs-) wissenschaftlicher Begründungen, nicht wirtschaftlicher oder schultypenbezogener.
  12. Alle Lehrämter erhalten das gleiche Einstiegsamt: Studienrätin/Studienrat.

 

Wir freuen uns, wenn auch andere Institutionen oder Verbände diese Prüfsteine unterstützen. Das kann über die Kommentarfunktion auf dieser Seite geschehen oder durch eine Mail an unser GEW Referat D "Aus- und Fortbildung von Lehrenden", das die Prüfsteine erstellt hat: luise_guenther@web.de. Vielen Dank!

Bild: © Dieter Schütz / pixelio.de

Kommentare

Von FSR Lehramt an ...,

Als Studierendenvertretung der von der Reform am stärksten betroffenen Lehrämter unterstützen wir die Prüfsteine, um deutlich zu machen, dass die Reform nicht ohne uns Studierende umgesetzt werden kann. Wir fordern die Schul- und Wissenschaftsbehörden auf, in ihren Reformvorschlägen das gemeinsame Lehren und Lernen zu betonen, auf die Expertise der Hochschulen und ihrer Gremien zu bauen und die nötigen Mittel für die Umsetzung der Reform bereitzustellen.

Von Andreas Wolf,

Im jetzt vorliegende Entwurf ist zu begrüßen, dass eine Wissenschaftsorientierung, Inklusion und eine begleitende Eignungsprüfung vorgeschlagen wird. Nicht sinnvoll ist die Aufteilung der verschiedenen Lehrämter nach der aktuell existierenden Schulstruktur in Hamburg, da diese nach dem Ende des sogenannten Schulfriedens durch neue politische Mehrheitsverhältnisse wieder verändert werden kann.

Von Personalrat der...,

Wir als Personalrat der ReferendarInnen (LiV/LiAPQ) in Hamburg unterstützen die GEW Prüfsteine, da die geplante Lehramtsreform Einfluss auf den Vorbereitungsdienst in Hamburg haben wird. Wir fordern eine Reform, die sich an den Bedürfnissen der Studierenden und der Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst orientiert und die (Aus-)Bildungssituation in Hamburg verbessert.