GEW Hamburg

Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft - Landesverband Hamburg
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Rede von Bodo Haß beim Warnstreik am 18.11

Geschrieben von: 
Webredaktion
"Wir fordern eine angemessene Aufwertung der Vorschullehrkräfte und der schulischen Therapeut*innen!"
Foto: Fredrik Dehnerdt

Bei unserem Warnstreik am 18.11 redete u.a. Bodo Haß, Physiotherapeut an einer Sonderschule für körperlich-motorische Entwicklung (KME) und stellvertretender Vorsitzender der GEW Hamburg:

Liebe Kolleg*innen,

Sven hat eigentlich alles gesagt und ich mache es kurz:

Als im letzten Tarifabschluss die Laufzeit von 33 Monaten beschlossen wurde, hatte ich gehofft, dass wir nicht mehr bei schlechtem Wetter durch die Stadt laufen müssen.

Aber natürlich können wir das und müssen das auch, wenn wir ein gutes Tarifergebnis erreichen wollen!

Und ich sage das noch einmal vor der Finanzbehörde:

Herr Dressel:

5% sind nicht zu viel, sondern vielleicht gerade ausreichend.

Vielen Dank für Euren Einsatz heute, vielen Dank für die zahlreichen Wortbeiträge von Euch den

  • Kolleginnen und Kollegen aus den Schulen
  • Den Lehrkräften
  • Den Erzieher und Erzieherinnen
  • Den Vorschullehrkräfte
  • Den schulischen Therapeut*innen und Therapeuten
  • Den Verwaltungskräften
  • Den Bibliothekangestellten und ich habe sicherlich noch jemanden vergessen

Die Schule ist bunt geworden und die Anforderungen wachsen täglich.

Wir können multiprofessionell arbeiten.

Dafür brauchen wir aber auch die Zeit und die Arbeitsbedingen.

Nur Applaus reicht nicht:

Es muss mehr Ressource an die Schule.

Dafür müssen die einzelnen Berufe nicht vergessen, sondern angemessen bezahlt werden und nicht vergessen.

Herr Dressel:

Wir fordern eine angemessene Aufwertung der Vorschullehrkräfte und der schulischen Therapeutinnen und Therapeuten.

Die angestellten Lehrkräfte brauchen endlich die Paralleltabelle, also eine ähnliche Bezahlung wie ihre verbeamteten Kolleginnen und Kollegen.

Und noch eine Anmerkung von mir an uns alle liebe Kolleginnen und Kollegen:

Im Moment merken wir alle, wo, trotz unseres intensiven Einsatzes, unsere Arbeit in der Pandemie nicht gereicht hat, wo der Kontakt zu den Schülerinnen und Schülern abgebrochen ist, wir die Sorge haben, dass wir sie verloren haben. Auch da wartet auf uns alle viel Arbeit!

Umso wichtiger ist es, dass unsere Arbeitsbedingungen gut sind, dass wir nicht im Alltag verschlissen werden.

Umso wichtiger ist es, dass wir ein gutes Tarifergebnis erreichen, damit wir bei steigender Inflation ein sicheres Einkommen haben.

Dafür bedarf es unser aller Engagement:

Engagiert Euch in den Betriebsgruppen Eurer Gewerkschaften und in den Personalräten. Wenn Ihr noch nicht in einer Gewerkschaft seid, tretet ein!

Wir alle brauchen in diesen schwierigen Zeiten, in der Pandemie, in der sich verändernden Arbeitswelt, starke Gewerkschaften mit vielen engagierten Mitgliedern. Wir brauchen starke Personalvertretungen.

Nur so können wir unsere Arbeitsbedingungen verteidigen, und ich sage bewusst verteidigen, aber natürlich auch verbessern. Und ganz nebenbei: Eine konstruktive, aktive Arbeit für die eigenen Interessen macht auch Spaß!

Ich freue mich auf die weiteren Streiktage!

Bleibt gesund und bis bald!