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Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft - Landesverband Hamburg
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Armut im Alter

Geschrieben von: 
Gerhard Brauer
Warum wir eine Rentenreform brauchen, die einen auskömmlichen Lebensstandard sichert
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Bereits im September 2012 hatte die damalige Arbeits- und Sozialministerin Frau von der Leyen festgestellt: „Wer heute weniger als 2.500 € verdient, dem droht Altersarmut“. Da hatte sie Recht und sie hat heute immer noch Recht. Gegenwärtig beziehen nach einem Forschungsbericht, den Ver.di in Auftrag gegeben hat, 44 Prozent aller Beschäftigten ein Bruttoeinkommen von 2.500 € im Monat oder weniger. Wer mit diesem Einkommen auf weniger als 40 Beitragsjahre kommt, rutscht definitiv auf Hartz-IV-Niveau und damit in die Altersarmut.

Und die Bundeskanzlerin nimmt billigend in Kauf, dass das Rentenniveau weiter sinkt: „Wir haben alle Reformschritte bis 2030 gemacht“ (Merkel am 20.06.2017 auf dem Tag der Deutschen Industrie).

 

Was ist bis 2030 geplant?

Das Nettorentenniveau von gegenwärtigen 48,2 Prozent soll bis zum Jahre 2030 nicht unter 43 Prozent sinken. Diese „Haltelinie“ gilt allerdings nach gegenwärtiger Rechtslage nur bis zum Jahre 2030 und wenn sich nichts ändert, sinkt das Rentenniveau weiter! Von welchem Maßstab wird dabei ausgegangen? Grundlage aller Berechnungen ist die sogenannte „Standardrente“ oder „Modell-Rente“. Diese bezieht sich auf Arbeitnehmer_ innen, die 45 Jahre immer durchschnittlich verdient haben. Gegenwärtig hätten diese Arbeitnehmer_ innen bei dem aktuellen Rentenwert von 31,03 € (wird jährlich anhand der Bruttoverdienste des letzten Jahres festgelegt) einen Rentenanspruch auf 1.396,35 € brutto im Monat.

Davon verbleiben nach Abzug der Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge und nach Abzug der Steuern (IV/ ohne Kinder) netto 1.226,95 €. Und diese Nettorente entspricht gegenwärtig, gemessen an den durchschnittlichen Nettoverdiensten, einem Rentenniveau von 48,2 Prozent.

Bis Anfang der 90er Jahre lag das Rentenniveau noch über 70 Prozent, 1995 bei 53,9 Prozent und 2005 immerhin noch bei 52,6 Prozent.

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Der vollständige Artikel findet sich in der hlz 7-8/2017.  

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