Marlies Tatje, angestellte Lehrkraft im berufsbildenden Bereich, hielt am bundesweiten Streiktag Bildung am 29. Januar eine Rede, die ihr hier findet.
Übersicht über vergangene und geplante Warnstreiks
Du willst eintreten? Herzlich willkommen!
Streikrede von Marlies Tatje, 29.01.2026
Hallo zusammen!
Kurz vorgestellt:
Ich bin Marlies Tatje und arbeite als angestellte Lehrkraft im berufsbildenden Bereich hier in Hamburg. Von den angestellten Kolleg:innen gibt es einige an den Hamburger Schulen. Insbesondere für Verbesserungen innerhalb der Entgeltordnung und der Stufenreglungen spreche ich mich hier heute aus.
Ich stehe im Arbeitskampf mit euch nicht zum ersten Mal bei diesem Winterwetter hier! Aber das schreckt uns nicht ab, unsere Forderungen zu bekräftigen.
Zwei Verhandlungen haben kein Ergebnis gebracht. Die vorliegenden Angebote sind nicht der Rede wert: Sie liegen bei einer Laufzeit von 28 Monaten im Rahmen von fünf Prozent. Dieses ungenügende Angebot nehmen wir nicht an!
Das nehmen wir nicht an!
Es sieht so aus, als sollte einmal mehr im Bildungsbereich gespart werden! Ich kann nur sagen: Bildung ist unser Kapital. Und dafür soll kein Geld zur Verfügung stehen?
Das verstehen wir nicht.
Wir, die wir tagtäglich dafür sorgen, dass Bildung an Schulen gewährleistet wird, fordern eine angemessene Entlohnung.
In den Schulen wird Fachexpertise benötigt. Für Kolleg:innen, insbesondere Angestellte, die aus anderen Bereichen dorthin wechseln, wird diese Expertise aber nicht honoriert. Hier ergibt sich bei den Einstufungen sogar häufig ein langfristiger finanzieller Nachteil.
Nicht mit uns!
Wir erwarten gute tarifliche Regelungen zum Abbau und Ausgleich von Ungleichheiten, wie beispielsweise gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit.
Das beinhaltet unter anderem:
- die Anerkennung von Berufserfahrung in Form angemessener Stufenregelungen,
- Die sofortige Einführung der „Paralleltabelle“ – und zwar nicht nur in Form einer hinausschiebenden Absichtserklärung!
Wir fordern eine Lohnerhöhung von 7 %, mindestens jedoch 300 €, damit sich die Arbeit an den Schulen weiterhin lohnt und die Kolleg*innen in Hamburg davon angemessen leben können.
Wir sind trotz des Winterwetters viele hier, haben in den letzten zwei Wochen schon einige Aktionen hinter uns und wenn es sein muss, streiken wir bis zum Sommer!

