Am 23. Januar fand ein Warnstreik des Sozial- und Erziehungsdienstes sowie des pädagogischen und therapeutischen Fachpersonals der staatlichen Hamburger Schulen statt. Nach einem Auftakttreffen ab 9:30 Uhr im Curiohaus der GEW - dort hielt unser Vorsitzender Sven Quiring eine Rede, die ihr unten findet - fand um 11 Uhr eine Kundgebung beim DGB statt, anschließend gab es eine Demo zur Finanzbehörde.
Übersicht über vergangene und geplante Warnstreiks
Du willst eintreten? Herzlich willkommen!
Begrüßungsrede zur Streikversammlung SuE – 23.01.2026 – Sven Quring
Moin liebe Kolleginnen und Kollegen,
ich freue mich sehr, Euch heute hier zur Streikversammlung der GEW begrüßen zu dürfen.
Und ich sage das ganz bewusst:
Wie gut, dass Ihr da seid, und dass es wichtig ist, dass Ihr heute sichtbar seid.
Ihr leistet eine hochqualifizierte, unverzichtbare Arbeit, mit einer Wirkung, weit über die Schule hinaus, für Kinder und Jugendliche, für Familien und für unsere Stadt.
Und trotzdem erleben viele von Euch seit Jahren dasselbe:
Anerkennung in Worten, aber nicht im Geldbeutel.
Eine Eingruppierung, die eurer Verantwortung und Eurer tatsächlichen Arbeit nicht gerecht wird.
Das gilt ganz besonders für die schulischen Ergo- und Physiotherapeut*innen.
Ihr arbeitet therapeutisch und pädagogisch
und verdient trotzdem deutlich weniger als eure Kolleg*innen im Sozial- und Erziehungsdienst an den Sonderschulen.
Das ist kein Versehen.
Das ist kein Einzelfall.
Das ist ein Skandal.
Und deshalb sage ich hier ganz klar, auch als Vorsitzender der GEW Hamburg:
Wir stehen an eurer Seite. Ohne Wenn und Aber!
Seit Jahren kämpfen wir gemeinsam dafür, dass die schulischen Therapeut*innen endlich dem Sozial- und Erziehungsdienst zugeordnet werden.
Dass ihr in die S-Tabelle kommt.
Dass eure Arbeit tariflich so bewertet wird, wie Ihr es verdient.
Genauso klar ist:
Die Arbeit der Erzieher*innen in der Inklusion muss endlich genauso behandelt werden wie an den Sonderschulen.
Gleiche Arbeit muss gleich bezahlt werden. Punkt.
Diese Tarifrunde ist dafür ein entscheidender Moment.
Wir fordern den Einstieg in Verhandlungen zur Reform der Entgeltordnung der Länder.
Das ist keine abstrakte Tariffrage, das geht Euch direkt an.
Doch was erleben wir bisher?
Die Arbeitgeber verweigern sogar eine Sonderkündigungsmöglichkeit für den Sozial- und Erziehungsdienst.
Sie wollen nicht einmal über Verbesserungen verhandeln.
Und genau deshalb sind wir heute hier.
Weil wir sagen: So nicht!
Die Offene Kinder- und Jugendarbeit, die Schulsozialarbeit, die therapeutische Arbeit an Schulen, all das ist unverzichtbar.
Gerade in Zeiten wachsender Kinderarmut und wachsender Belastungen.
Wer hier spart, spart an der Zukunft unserer Kinder und Jugendlichen.
Und wer hier spart, greift Euch direkt an.
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
das wird kein kurzer Weg.
Aber eines ist klar: Ihr seid nicht allein.
Die GEW sieht euch.
Die GEW hört euch.
Und die GEW kämpft mit euch solidarisch, laut und entschlossen.
Vielen Dank!
Foto: GEW Hamburg

