In der zweiten Verhandlungsrunde für den öffentlichen Dienst der Länder haben die Arbeitgeber kein verbindliches Angebot vorgelegt. Die Forderung der Gewerkschaften von 7 % mehr Gehalt, mindestens 300 € wurde als unrealistisch abgewiesen.
Um diesen Forderungen Nachdruck zu verleihen, ruft die GEW ihre tarifbeschäftigten Mitglieder im Sozial- und Erziehungsdienst der Freien und Hansestadt Hamburg (Geltungsbereich des TV-L und TV Prakt-L) sowie die Beschäftigten des pädagogischen und therapeutischen Fachpersonals der staatlichen Hamburger Schulen, am Freitag, den 23. Januar 2026 zu einem ganztägigen Warnstreik auf. Der Ablauf:
9:30 UHR AUFTAKTKUNDGEBUNG GEW-Geschäftsstelle Rothenbaumchaussee 15
11:00 UHR KUNDGEBUNG DGB-Gewerkschaftshaus
11:30 UHR DEMONSTRATION zur Finanzbehörde
Am Freitag findet von 14 bis 17 Uhr die Sitzung des Familienausschusses der Hamburgischen Bürgerschaft statt. Das Thema: Arbeitsstrukturen und Fachkräfte in der Hamburger Kinder- und Jugendhilfe; Ort: Adolphsplatz 6, 2. OG, Sitzungssaal 2.04. Zuvor findet die Kundgebung der Interessenvertretung für die Offene Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Familien Hamburg (IVOA) statt.
„An den Schulen arbeiten auch sozialpädagogische und therapeutische Fachkräfte, in der Behörde das pädagogisch- therapeutische Fachpersonal (PTF) genannt. Sie leisten eine hochqualifizierte Arbeit mit Wirkung weit über die Schule hinaus. Doch ihre Eingruppierung entspricht dem vielerorts nicht. Seit Jahren kämpft die GEW für die Eingruppierung der schulischen Therapeut*innen in den Sozial- und Erziehungsdienst. Zusätzlich müssen die Tätigkeiten der Erzieher*innen in der Inklusion genauso behandelt werden wie an den Sonderschulen. In der Tarifrunde wollen die Gewerkschaften einen Einstieg in Verhandlungen zur Reform der Entgeltordnung Länder erreichen. Das bietet auch die Chance, die Forderungen aller PTF-Kolleg*innen endlich einzulösen“, sagt Bodo Haß, stellvertretender Vorsitzender der GEW Hamburg.
„Kinderarmut hat einen alarmierenden Höchststand erreicht: Jedes vierte Kind ist betroffen. Das schränkt Teilhabe ein und verschlechtert Zukunftschancen von Anfang an. Sparmaßnahmen treffen diese Kinder besonders hart. Vor allem aufsuchende Projekte und niedrigschwellige Angebote werden gekürzt oder gestrichen – das bedeutet weniger Schutzräume, weniger Unterstützung und weniger Chancen. Die Offene Kinder- und Jugendarbeit ist unverzichtbar. Wer hier spart, spart an der Zukunft unserer Kinder und Jugendlichen. Das schließt die faire Bezahlung der hier Beschäftigten mit ein – sie darf nicht zur Disposition gestellt werden“, ergänzt Varsenik Vardanyan, Referentin für Kinder- und Jugendhilfe der GEW Hamburg.
Hintergrund
Die Gewerkschaften verhandeln seit dem 3. Dezember 2025 mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) über eine Gehaltserhöhung für die Tarifbeschäftigten im Geltungsbereich des Länder-Tarifvertrags (TV-L). Bisher haben die Arbeitgeber kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt. Die GEW fordert sieben Prozent mehr Gehalt, mindestens 300,00 Euro!
Die dritte Runde ist für den 11./12. Februar 2026 ebenfalls in Potsdam geplant.
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