Unser Warnstreik am 20. Januar begann um 9:30 Uhr mit einer Kundgebung vor der Beruflichen Schule für Wirtschaft und Handel (BS 02) an der Eiffestraße/Ecke Ausschläger Weg. Anschließend schlossen wir uns der ver.di-Kundgebung an der Ecke Heidekampsweg/Süderstraße an und demonstrierten gemeinsam zum Gewerkschaftshaus am Besenbinderhof. Bei der Auftaktkundgebung hielt Marlies Tatje, angestellte Lehrkraft im berufsbildenden Bereich, eine Rede. Gut 2.600 Kolleg*innen waren dabei.
Du willst eintreten? Herzlich willkommen!
Rede von Marlies Tatje, angestellte Lehrkraft im berufsbildenden Bereich:
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
mein Name ist Marlies Tatje, ich bin angestellte Lehrkraft im berufsbildenden Bereich, an einer Fachschule für Sozialpädagogik tätig, und ich bin die Interessenvertretung der Angestellten im Gesamtpersonalrat sowie aktuell in der Arbeitskampfleitung.
Nun stehen wir hier zusammen im kalten Winterwetter und streiken. Zwei Verhandlungen haben kein Ergebnis gebracht. Ich kann nur sagen das kann doch nicht sein!
Ich bin der Meinung wir sind uns einig, wofür wir hier stehen:
- nachdrücklich, für 7 % mehr in der Tasche - aber mindestens 300 € - eine Laufzeit von 12 Monaten
aber auch
- für die Angleichung der Entgeltgruppierungen von angestellten zu den verbeamteten Kolleg:innen
aber auch
- für die Umsetzung eines stufengleichen Aufstieges
- die Anerkennung von Erfahrung beim Wechsel innerhalb unterschiedlicher Anstellungsträger
Die Angleichung der Lohnleistungen ist überfällig. Erfahrung und Fachlichkeit muss honoriert werden, insbesondere dann, wenn die gleichen Tätigkeiten im andauernden, wiederkehrenden alltäglichen Einsatz verrichtet werden.
Dies ist aber in vielen unterschiedlichen Bereichen der Lehrtätigkeiten sowie im Sozial- und Erziehungsdienst nicht der Fall, zum Beispiel:
- bei Lehrkräften, die als Seiteneinsteiger sowie als Fachkolleg:innen, die in besonders benötigten Bereichen ihre Expertise dem Bedarf entsprechend einbringen
- bei den PTF- Kolleginnen im Schuldienst, insbesondere den schulischen Ergo- und Physiotherapeuten, die in ihren Teams deutlich schlechter bezahlt werden als ihre Erzieherkolleg:innen
- den Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen, die innerhalb unterschiedlicher schulischer Tätigkeitsbereiche oder Trägern wechseln. Sie verfügen zwar über reichhaltige Erfahrungen, verlieren aber ihre Erfahrungsstufen bei einem Wechsel.
Noch einmal ausdrücklich, das darf nicht sein!
Liebe Arbeitgeber, schafft diese Ungerechtigkeiten ab!
Erinnern wir uns, die Höhergruppierung der angestellten Grundschullehrkräfte auf A 13 war ein langer Kampf aber letztendlich konsequent und jetzt absolut fair.
Gleicher Lohn für gleiche Tätigkeiten im Schulsystem, das fordern wir auch für die anderen Berufsgruppen, dies nachdrücklich neben der eh notwendigen Inflationsanpassung von 7 % - mindestens 300 € - eine Laufzeit von 12 Monaten!
Ich betone es, sorgt für eine honorierte Wertschätzung der fachspezifischen Erfahrungen, die in die Tätigkeitsbereiche eingebracht werden!
Also appelliere ich:
- Gebt uns 7 % mehr - mindestens 300 € - innerhalb der Laufzeit von 12 Monaten!
- Steigt zügig in die Verhandlungen zu den Entgeltgruppen für die Lehrkräfte wieder ein!
- Sorgt für die Aufnahme des schulischen Therapeuten:innen in die S-Tabelle!
- Kümmert euch um die Umsetzung eines stufengleichen Aufstieges!
- Regelt die Anerkennung von Berufserfahrung beim Stellenwechsel in den TVL und beim Tabellenwechsel positiv!
Damit wird die Qualität der Bildung und Betreuung in den schulspezifischen Bereichen gewährleistet und gestärkt.
Dafür stehen wir hier in der Kälte und fordern honoriert die Erfahrung und die Leistung aller Berufe im Bildungsbereich und schafft gute Regelungen dafür!
Profis brauchen mehr!
Foto: GEW Hamburg

