Unser Warnstreik am 20. Januar begann um 9:30 Uhr mit einer Kundgebung vor der Beruflichen Schule für Wirtschaft und Handel (BS 02) an der Eiffestraße/Ecke Ausschläger Weg. Anschließend schlossen wir uns der ver.di-Kundgebung an der Ecke Heidekampsweg/Süderstraße an und demonstrierten gemeinsam zum Gewerkschaftshaus am Besenbinderhof. Bei der Abschlusskundgebung hielt unser Vorsitzender Sven Quiring eine Rede. Gut 2.600 Kolleg*innen waren dabei.
Du willst eintreten? Herzlich willkommen!
Rede unseres Vorsitzenden Sven Quiring:
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
der öffentliche Dienst ist kein Kostenfaktor –
der öffentliche Dienst ist das Rückgrat dieser Gesellschaft!
Ihr habt in den letzten Jahren Unglaubliches geleistet:
durch Pandemie, durch Energiekrise, durch Inflation
und trotz massivem Personalmangel.
Während andere über „Krisenmanagement“ geredet haben,
habt ihr dafür gesorgt, dass Schulen offen blieben, die Behörden arbeitsfähig waren, Daseinsvorsorge und Hochschulen funktionierten
und der Staat handlungsfähig blieb. –
Ihr sorgt jeden Tag dafür,
dass dieses Land Zukunft hat!
Und dafür habt ihr mehr verdient
als Applaus, als Dankesworte und als warme Reden.
Denn wir sagen klar und deutlich:
Dankesreden zahlen keine Miete.
Dankesreden füllen keinen Kühlschrank.
Und Dankesreden machen niemanden gesund.
Kolleginnen und Kollegen,
gute Arbeit braucht gutes Geld!
Damit ihr gesund bleibt.
Damit ihr motiviert bleibt.
Und damit sich auch morgen noch hoch qualifizierte Kolleg*innen für den öffentlichen Dienst entscheiden und nicht woanders hingehen, weil dort Wertschätzung nicht nur versprochen,
sondern bezahlt wird.
Die Beschäftigten bei Bund und Kommunen haben es vorgemacht!
Sie haben im April 2025 einen guten Abschluss erkämpft.
Und jetzt, fast ein Jahr später, sagen wir ganz klar:
Die Landesbeschäftigten dürfen nicht abgehängt werden!
Deshalb legen wir jetzt eine Schippe drauf.
Deshalb sagen wir heute laut und unmissverständlich:
Her mit der Kohle!
Spart euch die Dankesreden, liebe Arbeitgeber –und legt stattdessen beim Gehalt ordentlich was drauf!
Unsere Forderung ist klar.
Sie ist gerecht.
Und sie ist notwendig:
Sieben Prozent mehr Gehalt – mindestens 300 Euro im Monat!
Und was hören wir von den Länder-Arbeitgebern?
„Das ist astronomisch.“
Kolleginnen und Kollegen,
wenn das astronomisch ist –
dann lasst uns nach den Sternen greifen!
Denn was ist wirklich realitätsfern?
Sieben Prozent mehr für die Menschen, die dieses Land am Laufen halten?
Oder die Erwartung, dass wir dauerhaft mit Reallohnverlusten, mit Überlastung und mit Personalmangel einfach so weitermachen?
Sie sagen:
„Diese Forderungen passen nicht in die Zeit.“
Ich frage euch:
Welche Zeit meinen sie eigentlich?
Die Zeit steigender Preise?
Die Zeit explodierender Mieten?
Die Zeit leerer Stellenpläne
und immer größerer Arbeitsbelastung?
Oder meinen sie etwa die Zeit leerer Kassen?
Kolleginnen und Kollegen,
daran kann es ganz sicher nicht liegen!
Die Fakten sind eindeutig:
Die Steuereinnahmen der Länder sind auch 2025 kräftig gestiegen – um rund 20 Milliarden Euro,
ein Plus von 5,1 Prozent in nur einem Jahr!
20 Milliarden Euro mehr!
Kolleginnen und Kollegen,
das ist kein Problem –das ist ein Verhandlungsspielraum!
Das ist kein Argument gegen unsere Forderungen –
das ist ein verdammt guter Einstieg
in ernsthafte Tarifverhandlungen!
Wir wollen keinen Luxus.
Wir wollen Respekt.
Respekt, der sich auf der Gehaltsabrechnung zeigt.
Respekt, der unserer Verantwortung gerecht wird –jeden einzelnen Tag.
Und deshalb stehen wir heute hier.
Deshalb streiken wir.
Deshalb werden wir laut.
Denn ohne Druck bewegt sich nichts.
Und ohne uns
bewegt sich dieser Laden überhaupt nicht!
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
für unsere berechtigten Forderungen
brauchen wir einen langen Atem.
Wir stehen erst am Anfang dieser Tarifrunde.
Aber eines ist glasklar:
Wir werden uns in den nächsten Wochen noch öfter auf Streiktagen sehen –
und darauf freue ich mich!
Gemeinsam –
GEW, ver.di und GdP –
zeigen wir den Arbeitgebern:
An einem angemessenen Ergebnis
werden sie nicht vorbeikommen!
Sieben Prozent.
Mindestens 300 Euro.
Für alle Länderbeschäftigten.
Danke euch –
und jetzt:
Lasst uns gemeinsam Druck machen!

