Im Rahmen der aktuellen Tarifauseinandersetzung zum TV-L ruft die GEW Hamburg am 8. Januar um 13:30 Uhr zu einer Kundgebung an der Reesendammbrücke gegenüber vom Rathaus auf. Im Mittelpunkt stehen die schulischen Ergo- und Physiotherapeut*innen, die seit Jahren eine tarifliche Gleichstellung mit dem Sozial- und Erziehungsdienst fordern.
Seit inzwischen rund neun Jahren werden schulische Therapeut*innen gegenüber vergleichbaren Berufsgruppen benachteiligt. Trotz ihrer zentralen Rolle in multiprofessionellen Teams an Sonderschulen sind sie bislang nicht in die S8b des Sozial- und Erziehungsdienstes mit Hamburger Zulage eingruppiert, während dies für Erzieher*innen, mit denen sie gleichwertig zusammenarbeiten, der Fall ist. Die Unterschiede in der Tarifierung sind für die Betroffenen nicht länger vermittelbar.
„Schulische Ergo- und Physiotherapeut*innen leisten tagtäglich pädagogische Arbeit und sind ein unverzichtbarer Teil der multiprofessionellen Teams“, erklärt Bodo Haß, stellvertretender Vorsitzender der GEW Hamburg. „Sie haben die Aufwertung des Sozial- und Erziehungsdienstes mit erkämpft – und wurden dennoch aus formalen Gründen nicht mitbedacht. Nach 9 Jahren wachsender Gehaltslücke braucht es jetzt endlich eine Umsetzung im TV-L für die schulischen Therapeut*innen hier in Hamburg , in Niedersachsen und für die vereinzelten Kolleg*innen in den anderen Bundesländern“.
Seit der Einführung der SuE-Tabelle im TV-L zum 1. Januar 2020 setzen sich die GEW und die Kolleg*innen für eine tarifkonforme Lösung ein. Inhaltlich besteht kein Zweifel: Therapeutische Arbeit an Schulen ist immer auch pädagogische Arbeit. In tarifgebundenen Hamburger Kitas werden Ergo- und Physiotherapeut*innen bereits dem Sozial- und Erziehungsdienst zugeordnet und entsprechend eingruppiert.
„Die Folgen der Ungleichbehandlung sind erheblich. Bei erfahrenen Kolleg*innen entstehen Gehaltsunterschiede von über 500 Euro pro Monat. Gleichzeitig werden Therapeut*innen in Praxen teils besser bezahlt, obwohl sie keine zusätzliche pädagogische Arbeit leisten. Dies gefährdet die personelle Ausstattung der Schulen und somit die bestmögliche Förderung von Kindern und Jugendlichen mit besonderem Förderbedarf. Die inklusiven Schulen haben durch die zusätzlichen Arbeitsfelder schon jetzt einen erheblichen Personalmangel. Dieser kann nur durch eine deutliche Anpassung der mittlerweile nicht mehr wettbewerbsfähigen Marktlage der Schulbehörde als Arbeitgeber gestopft werden!,“ so Marit Heindl, Physiotherapeutin an einer Hamburger Schule.
Im Rahmen der Kundgebung werden Praxisberichte schulischer Ergotherapeut*innen und Physiotherapeut*innen an Finanzsenator Dr. Dressel überreicht, die die Vielschichtigkeit und pädagogische Dimension ihrer Arbeit dokumentieren. Die GEW fordert den Hamburger Senat und den Finanzsenator auf, sich für eine tarifliche Lösung im TV-L einzusetzen.
Du willst eintreten? Herzlich willkommen!
Hintergrund
Die Gewerkschaften verhandeln seit dem 3. Dezember 2025 mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) über eine Gehaltserhöhung für die Tarifbeschäftigten im Geltungsbereich des Länder-Tarifvertrags (TV-L). Bisher haben die Arbeitgeber kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt. Die GEW fordert:
- 7 Prozent mehr Gehalt, mindestens 300,00 Euro!
- 200,00 Euro monatlich für Auszubildende und Praktikantinnen/Praktikanten!
- 12 Monate Laufzeit!
- Tarifvertrag für studentische Beschäftigte!
- Zuschläge für Überstunden und Arbeit zu ungünstigen Zeiten erhöhen!
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