Die Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes fordern in der Länder-Tarifrunde 7 Prozent, mindestens aber 300 Euro mehr Gehalt monatlich für die Beschäftigten. Der Tarifabschluss soll eine Laufzeit von zwölf Monaten haben. Das teilte die GEW am Montag mit.
„Wir brauchen deutliche Gehaltserhöhungen. Denn auch wenn die Inflationsrate nicht mehr so hoch ist wie in den Jahren zuvor, steigen die Preise weiter. Die Beschäftigten benötigen dringend mehr Einkommen, um ihren Lebensstandard zu halten. Der GEW gibt Rückenwind, dass die Weiterentwicklung der Lehrkräfte-Entgeltordnung Teil der gemeinsamen Forderungen aller Gewerkschaften für die Tarifrunde ist“, sagte GEW-Vorsitzende Maike Finnern während der Pressekonferenz der Gewerkschaften zur kommenden Tarifrunde in Berlin.
„Der Abschluss für die Beschäftigten bei Bund und Kommunen zu Beginn des Jahres 2025 hat einen Maßstab gesetzt, an dem sich die Länderarbeitgeber orientieren müssen. Auch auf die Verbesserungen für die Beschäftigten im kommunalen Sozial- und Erziehungsdienst (SuE), die die Gewerkschaften und die Beschäftigten erkämpft haben, warten die Erzieher*innen und Sozialpädagog*innen auf Länderebene. Um über diese verhandeln zu können, wollen wir ein Sonderkündigungsrecht der Regelungen für diese Beschäftigtengruppe“, betonte Finnern.
Sie machte sich zudem dafür stark, dass die Arbeitsbedingungen der rund 300.000 studentischen Beschäftigten endlich tariflich geregelt werden: „Wir wollen den TV Stud, verankert im Tarifvertrag der Länder (TV-L)!“
#ProfisbrauchenMEHR
Viele Pädagog*innen sind am Limit
Die GEW-Vorsitzende unterstrich, dass die Länderbeschäftigten hoch motiviert und engagiert seien. Sie hätten gezeigt, welche gesellschaftliche Bedeutung ihre Arbeit in Schulen, Kitas und Hochschulen hat. Gerade der dramatische Lehr- und Fachkräftemangel vor allem an den Schulen und Kitas bringe viele Pädagog*innen ans Limit. „Da muss dann zumindest das Gehalt stimmen – auch und gerade um viel mehr junge Menschen für die Bildungsberufe zu gewinnen.“
Finnern appellierte an die Verantwortung der öffentlichen Arbeitgeber: „Die Beschäftigten haben mit Blick auf die jüngsten Krisen materiellen Nachholbedarf - deshalb müssen die Löhne kräftig rauf! Alle Wirtschaftsinstitute prognostizieren, dass die Talsohle durchschritten sei und die Wirtschaft im kommenden wieder anziehen werde. Das bedeutet höhere Steuereinnahmen. Das Wirtschaftswachstum muss, auch weil der Export lahmt, insbesondere durch die Stärkung der Binnenkonjunktur abgesichert werden.“
Die Gewerkschaften erwarteten, so Finnern, dass das Tarifergebnis zeit- und wirkungsgleich auf die Beamt*innen sowie die Versorgungsempfänger*innen übertragen wird.
Die Gewerkschaften verhandeln für rund 2,6 Millionen Länder-Beschäftigte, von denen etwa die Hälfte im Bildungsbereich – an Schulen, Hochschulen und Landes-Kitas – arbeiten. Darunter 245.000 angestellte und 684.000 verbeamtete Lehrkräfte.
Im Organisationsbereich der GEW wird beispielsweise für Beschäftigte an Schulen wie Lehrkräfte, im Sozial- und Erziehungsdienst der Länder wie Erzieher*innen sowie für Hochschullehrende und studentische Beschäftigte verhandelt.
ver.di hat die Verhandlungsführerschaft für die Gewerkschaften des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB).
Drei Verhandlungsrunden
Für die Tarifrunde 2025/26 im öffentlichen Dienst Länder sind drei Verhandlungsrunden geplant. Hier die Termine: 3. Dezember 2025 in Berlin, 15./16. Januar 2026 und 11./12. Februar 2026 jeweils in Potsdam.

