Nach dem Auftakt zur Tarifrunde für die im öffentlichen Dienst der Länder Beschäftigten hat die GEW die Arbeitgeber aufgefordert, sich zu bewegen und ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen. Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) hatte am Mittwoch in Berlin kein Angebot formuliert.
„Für die Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes geht es zusätzlich zu der allgemeinen Gehaltserhöhung, von der alle Beschäftigten im Landesdienst profitieren, auch um eine faire Eingruppierung angestellter Lehrkräfte, bessere Arbeitsbedingungen in den Landes-Kitas und eine Eindämmung des Befristungsunwesens an den Hochschulen. Tariftreue muss auch für die rund 300.000 studentischen Beschäftigten an den Hochschulen gelten. Deshalb fordern wir: Tarifbindung für studentische Beschäftigte – jetzt!“, sagte Annett Lindner, GEW-Vorstandsmitglied Tarif- und Beamtenpolitik, nach der ersten Verhandlungsrunde.
Mehr Menschen für Bildungsberufe gewinnen
Lindner unterstrich, dass die Länderbeschäftigten hoch motiviert und engagiert seien. Sie hätten gezeigt, welche gesellschaftliche Bedeutung ihre Arbeit in Schulen, Kitas und Hochschulen hat. Gerade der dramatische Lehr- und Fachkräftemangel vor allem an den Schulen und Kitas bringe viele Pädagoginnen und Pädagogen ans Limit. „Da muss dann zumindest das Gehalt stimmen – auch und gerade um viel mehr junge Menschen für die Bildungsberufe zu gewinnen“, sagte das GEW-Vorstandsmitglied.
Die Gewerkschaften fordern in der Länder-Tarifrunde kräftige Gehaltserhöhungen für die Beschäftigten sowie die Weiterentwicklung der Entgeltordnung für angestellte Lehrkräfte:
- 7 Prozent mehr Gehalt – mindestens 300 € monatlich
- 200 € mehr für Azubis und Praktikanten im Monat
- Weiterentwicklung der Lehrkräfte-Entgeltordnung
- Tarifvertrag für studentische Beschäftigte (TV Stud)
Der Tarifabschluss soll eine Laufzeit von zwölf Monaten haben. Die Gewerkschaften erwarten, dass das Tarifergebnis zeit- und wirkungsgleich auf die Beamt*innen sowie die Versorgungsempfänger*innen übertragen wird.
Der Abschluss für die Beschäftigten bei Bund und Kommunen (TVöD) zu Beginn des Jahres 2025 hat einen Maßstab gesetzt, an dem sich die Länderarbeitgeber orientieren müssen. Auch auf die Verbesserungen für die Beschäftigten im kommunalen Sozial- und Erziehungsdienst (SuE), die die Gewerkschaften und die Beschäftigten erkämpft haben, warten die Erzieher*innen und Sozialpädagog*innen auf Länderebene. Um über diese verhandeln zu können, wollen wir ein Sonderkündigungsrecht der Regelungen für diese Beschäftigtengruppe.
Es geht um 2,6 Millionen Beschäftigte
Die Gewerkschaften verhandeln für rund 2,6 Millionen Länder-Beschäftigte, von denen etwa die Hälfte im Bildungsbereich – an Schulen, Hochschulen und Landes-Kitas – arbeiten. Darunter 245.000 angestellte und 684.000 verbeamtete Lehrkräfte.
Im Organisationsbereich der GEW wird beispielsweise für Beschäftigte an Schulen wie Lehrkräfte, im Sozial- und Erziehungsdienst der Länder wie Erzieherinnen sowie für Hochschullehrende und studentische Beschäftigte verhandelt. Ver.di hat die Verhandlungsführerschaft für die Gewerkschaften des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB).
Drei Verhandlungsrunden
Die zweite Verhandlungsrunde für die im öffentlichen Dienst Beschäftigten der Länder findet am 15./16. Januar 2026 in Potsdam statt. Die dritte Runde ist für den 11./12. Februar 2026 ebenfalls in Potsdam geplant.

