GEW Hamburg

Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft - Landesverband Hamburg
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„Umverteilen reicht nicht!“

Geschrieben von: 
Presseredaktion
Thema: 
Schule
GEW zur Anpassung des Sozialindex
Foto: Dieter Schütz / pixelio.de

Gestern hat die Schulbehörde die Bescheide über den neuen Sozialindex an die Schulen versendet. Der Sozialindex bildet die sozialen Rahmenbedingungen der Schülerschaft jeder Schule auf einer sechsstufigen Skala von 1 (besonders schwierige Rahmenbedingungen) bis 6 (sehr günstige Rahmenbedingungen) ab. Je nach Einstufung werden einer Schule unterschiedlich viele pädagogische Stellen zugewiesen. Die Behörde spricht dabei  von „gerechteren Startchancen“. Anstatt dafür aber mehr Geld in die Hand zu nehmen, wird tatsächlich nur umverteilt.

„Hamburgweit werden 44 Grundschulen im sogenannten KESS-Faktor hochgestuft. Hunderte von Arbeitsstunden, den sogenannten WAZ, müssen allein an 16 Schulen im Bezirk Eimsbüttel eingespart werden. Einsparen müssen die Schulen Ressourcen im Bereich der Sprachförderung und im Bereich LSE. Dagegen werden 41 Schulen herabgestuft. Die WAZe werden also durchgereicht. Das mag vor dem Hintergrund unterschiedlicher Sozialstrukturen gerecht klingen. Tatsächlich sind aber an den Schulen, die nun z.T. Stellen abbauen müssen, die Schüler*innen mit Sprach- und sonderpädagogischen Förderbedarf LSE ja nicht plötzlich verschwunden. Sie fallen einfach hinten runter“, kommentiert Anja Bensinger-Stolze, Vorsitzende der GEW Hamburg: „Besonders in Corona-Zeiten ist das Vorgehen der Schulbehörde, die zu knappe Decke hier etwas weg- und dort etwas hinzuziehen, völlig kontraproduktiv! Durch die (erstmalige) Berücksichtigung ausschließlich der Stadtteildaten und nicht mehr dem Blick auf die konkrete Schüler+innenschaft einer Schule wird es zu massiven Ungerechtigkeiten und Unterfinanzierungen an einzelnen Schulen kommen. Gerade in Coronazeiten, wo unstrittig ist, dass Kinder mit schwierigen Rahmenbedingungen deutlich stärker gefördert werden müssen, müssen die Mittel für die sozialindexbezogene Stundenzuweisungen deutlich aufgestockt und nicht umverteilt werden. Die GEW Forderung ist dabei: mindestens Bestandsschutz für alle Schulen und zusätzlich Zuweisungen an die Schulen, für die sich die Daten verschlechtert haben“, so Bensinger-Stolze abschließend.

 

Foto: Dieter Schütz / pixelio.de