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Steigender Bedarf für Inklusion ist nicht durch Zahlentricks zu bewältigen

Geschrieben von: 
Presseredaktion
Thema: 
Schule
GEW zu den von der Schulbehörde verkündeten zusätzlichen Lehrerstellen für die Inklusion

Wie eine Kleine Anfrage in der Bürgerschaft ergeben hat, steigt die Quote inklusiv zu beschulender Kinder im nächsten Schuljahr erneut an. Eine Mehrheit der Schulen werde den Grenzwert von vier Kindern pro Klasse erreichen oder überschreiten. Die Schulbehörde reagierte mit der Aussage, sie setze zurzeit 860 zusätzliche LehrerInnenstellen zur Förderung im Bereich LSE ein.

„Jedoch sind diese Stellen gar nicht zusätzlich, sondern werden kostenneutral querfinanziert. Somit arbeitet die Schulbehörde mit Zahlentricks ‐ es wurden nicht 860 Lehrerstellen geschaffen, wie die BSB suggeriert, sondern einfach ressourcenneutral umverteilt. Solche Tricks helfen der Selbstdarstellung der Behörde, nicht aber den inklusiv zu beschulenden Kindern“, so Sven Quiring, stellvertretender Vorsitzender und Inklusionsexperte der GEW Hamburg.

Besonders problematisch ist die Ungleichverteilung der Kinder mit besonderem Förderbedarf über die Schulen. So findet inklusiver Unterricht fast ausschließlich an den Stadtteilschulen, nicht aber an den Gymnasien statt, zudem weisen Standorte in sozial benachteiligten Gebieten besonders hohe Quoten  förderbedürftiger Kinder auf. Zusätzliche Personalressource ist ein längst überfälliger Schritt, da die Stadtteilschulen seit Umsetzung der Drucksache 20/3641 „Inklusive Bildung an Hamburger Schulen“ weniger personelle Ressource erhalten als notwendig wäre.

„Die Behörde muss Stadtteilschulen jetzt massiv stärken, damit sie nicht zu Schulen zweiter Klasse werden. Diese schultern einen großen Teil der Inklusion und Flüchtlingsbeschulung im weiterführenden Bereich praktisch allein und brauchen dafür dringend mehr Ressourcen“, so Sven Quiring. „Deshalb fordern wir ja schon seit Jahr und Tag 550 wirklich zusätzliche Stellen mehr für eine gelungene Inklusion in Hamburg.

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