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Digital ist besser?

Geschrieben von: 
Webredaktion
Thema: 
Schule
„Hamburg wird digital“ – nur mit dienstlichen Geräten!
Foto: R. B. / www.pixelio.de

Nach langem Hin und Her zwischen dem Bund und den Ländern soll nun mit dem „DigitalPakt Schule“ die Aus­stattung der Schulen mit digitaler Technik umfassend verbessert werden und in einem Zeitraum von fünf Jah­ren in gemeinsamer Bund-Länder-Anstrengung insge­samt 5,5 Milliarden Euro in die digitale Infrastruktur an Schulen investiert werden. Auf den Stadtstaat Hamburg kommt dabei ein Anteil von knapp 128 Mio. Euro zu, die es nun gilt sinnvoll-zielorientiert den Schulen und Bil­dungsinstitutionen zugänglich zu machen.

„Wir machen Hamburg digital“ (Hamburger Rahmenwerk Digitalstrategien/Vereinbarung der Staatsrät_innen) oder „Wir werden den DigitalPakt gut nutzen“ (T. Rabe) lauten demensprechend auch die freudigen Ankündigungen von Hamburgs offiziellen Stellen zum geplanten Ausbauprogramm. Der Weg scheint also frei für die Verbesserung der digitalen Infrastruktur (wie z.B. flächendeckendes WLAN oder „digitale Tafeln“), der digitalen Ausstattung für die Schüler_innen (z.B. in Form von Tablets) und vor allem auch die Verbesserung der digitalen Arbeitsbe­dingungen der Beschäftigten an Schulen entscheidend voranzutreiben. Denn die flächendeckende Ausstattung der Beschäftigten mit den für den schulischen Alltag not­wendigen Arbeitsmitteln erscheint dringend geboten.

Die zunehmende Verbindlichkeit dienstliche Emailadres­sen abzurufen und zu beantworten, die Nutzung von di­gitalen Zeugnisprogrammen, digitaler Lernsoftware, di­gitaler Klassenbücher usw. sorgen für eine immer weiter voranschreitende zunehmend verpflichtende dienstliche Nutzung von digitalen IT-Endgeräten wie z.B. Computern oder Laptops. Dabei sind jedoch besonders im System Schule Datenschutzfragen immer wieder elementarer Be­standteil des Alltags, so dass die Forderung nach der Ein­führung und Bereitstellung von dienstlichen Geräten für jeden Beschäftigten dringend geboten ist. Aus Sicht der GEW kann nur so der Spagat zwischen der gebotenen dienstlichen Aufgabenerfüllung bei gleichzeitiger rechtskonformer Praktizierung des Da­tenschutzes gewährleistet werden.

Der Gesamtpersonalrat ist an verschiedenen Stellen mit der BSB über die konkrete Etablierung und Ausgestaltung neuer digitaler Verfahren in Verhandlung:

Der Gesamtpersonalrat hat im Mai 2018 die Dienstver­einbarungen zu den IuK-Verfahren Untis (Stunden- und Vertretungsplanungssoftware) und DiViS (Digitale Verwaltung in Schulen) mit der BSB aktualisiert.

Anlass war die Einführung der zentralen Zeugnisno­teneingabe in DiViS. Da hierfür die Informationen über geplante Unterrichte benötigt werden, musste eine neue Schnittstelle für die Abfrage aus DiViS in Untis eingerich­tet werden.

Der Gesamtpersonalrat hat diese Dienstvereinbarungen mit Verhandlungen über die dafür notwendigen Res­sourcen verknüpft. Die BSB hat daraufhin mit dem GPR eine Prozessvereinbarung abgeschlossen, über die im aktuellen GPR-Info umfassend informiert wird.

Ein weiteres Digitalisierungsbemühen der BSB findet im Rahmen der Pilotierung des WebUntis-Moduls „digitales Klassenbuch“ in knapp 30 allgemein- und berufsbilden­den Schulen statt. Hier wird u.a. die digitale Fehlzeitener­fassung und die digitale Dokumentation des Lehrstoffes erprobt und ausgewertet werden. Sofern die BSB zu dem Er­gebnis kommt, ein IuK-Verfahren „Digitales Klassenbuch“ flächendeckend einzuführen, wird der Gesamtpersonal­rat die Verhandlungen zu einer Dienstvereinbarung auf­nehmen. Der Gesamtpersonalrat bittet deshalb die schu­lischen Personalräte von einer einzelschulbezogenen Dienstvereinbarung bis zur Klärung des Prozesses abzu­sehen. Hinweise der schulischen Personalräte zur Aus­gestaltung des Verfahrens nimmt der Gesamtpersonalrat gerne in mögliche Verhandlungen mit. Ein Spannungs­feld erscheint hier die Verfahrensgestaltung zwischen dem Wunsch nach digitaler Abbildung der gelebten Pra­xis im Umgang mit den Klassenbüchern und den konkre­ten rechtlichen Anforderungen, z.B. aus der Schuldatenschutzverordnung und der Handreichung zum Umgang mit Schulpflichtverletzungen (Absentismus). Die GEW dankt dem GPR für die engagierte Arbeit!

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