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Coronalage an Schulen

Geschrieben von: 
Webredaktion
Thema: 
Schule
Der Druck in den Schulen ist zu hoch
Coronalage an Schulen

Das Infektionsgeschehen steigt und steigt. Viele Lehrkräfte fühlen sich erschöpft und machen ihrem Ärger in den sozialen Medien Luft. „Jetzt muss Druck rausgenommen werden“, fordert auch GEW-Chefin Maike Finnern.

Knapp eine Million Menschen haben sich laut Robert Koch-Institut in den vergangenen 7 Tagen in Deutschland mit dem Coronavirus infiziert. Die bundesweite 7-Tage Inzidez stellt täglich einen neuen Rekord auf und liegt aktuell bei 1176,8. „Die Inzidenzwerte an den Schulen liegen in der Regel deutlich über dem gesellschaftlichen Schnitt. Es macht den Eindruck, dass billigend in Kauf genommen wird, dass Infektionen in der Schule durchlaufen - mit allen entsprechenden Wirkungen und Risiken für die Gesundheit der Lehrkräfte sowie der Schülerinnen und Schüler,“ sagte GEW-Chefin Maike Finnern am Montag gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Unter den Lehrkräften wächst der Unmut, viele machen ihrem Ärger auch in den sozialen Medien Luft. „WIR. SIND. FERTIG.“, fasst Twitter-Userin @Rrehtla1 die Stimmung zusammen. „Kein Innenminister würde seine Mitarbeiter so behandeln“, kommentiert @TobiasLaabs das katastrophale Krisenmanagement von Bund und Ländern. „Der Druck in den Schulen auf Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler ist enorm hoch, zu hoch. Jetzt muss Druck rausgenommen werden!“, bekräftigte Finnern.

 „Die Beschäftigten nehmen das Krisenmanagement von Politik und Verwaltung als absolut desaströs wahr“, so die GEW-Vorsitzende. Schlechte Rahmenbedingungen und unzureichende Gesundheitsschutzmaßnahmen, mangelhafte digitale Infrastruktur, fehlende Luftfilter und Masken, das oft tägliche „Hü und Hott“ habe sie zermürbt. „Die Versäumnisse der vergangenen Jahre fallen allen an Schule Beteiligten jetzt auf die Füße – vom Sanierungsstau bei den Schulgebäuden bis hin zum teils dramatischen Lehrkräftemangel.“ Besonders der Lehrkräftemangel zeige sich jetzt besonders dramatisch und führe an vielen Schulen zu Personalengpässen, da sich zudem - wie im Winter üblich - die Krankheitsfälle häuften.

Die GEW-Chefin forderte Politik und Kultusministerien dazu auf, endlich Leitlinien zu entwickeln entwickeln, um angemessen auf die unterschiedlichen Zeiten in Quarantäne und Präsenz reagieren zu können. „Dafür müssen sie dringend Mindeststandards definieren“, sagte Finnern. Zudem müssten die Beschäftigten an Schulen auch zukünftig bei PCR-Tests zu berücksichtigt werden. „Die Lehrkräfte haben an den Schulen Tag für Tag viele Kontakte – meist für längere Zeit in geschlossen Räumen. Deshalb ist es notwendig, auch diese Berufsgruppe bei den PCR-Tests zu priorisieren. Das Beispiel Bremen zeigt, dass das geht. Zudem müssen die Schülerinnen und Schüler Priorität haben, weil viele Kinder und Jugendliche noch nicht geimpft sind. Auf PCR-Tests zu verzichten, reduziert den Infektionsschutz bei steigenden Fallzahlen.“