Die GEW Hamburg sieht die von der Schulbehörde angekündigten Veränderungen bei der Schulbegleitung mit großer Sorge. Nach Einschätzung der Bildungsgewerkschaft verbergen sich hinter den angekündigten „Anpassungen“ erhebliche Einschränkungen bei den Unterstützungsleistungen für Schüler*innen mit Behinderungen und besonderem Förderbedarf.
Besonders kritisch bewertet die GEW Hamburg die Pläne, pädagogisch und sozialpädagogisch qualifiziertes Personal künftig nur noch in Ausnahmefällen als Schulbegleitung zu bewilligen. Damit droht nach Auffassung der Gewerkschaft ein deutlicher Qualitätsverlust in einem Bereich, der für die erfolgreiche Teilhabe vieler Kinder und Jugendlicher am schulischen Leben unverzichtbar ist. Auch mögliche Einschränkungen individueller Unterstützung zugunsten pauschaler oder gebündelter Lösungen müssen aus Sicht der GEW Hamburg sehr kritisch geprüft werden.
„Inklusion ist ein Menschenrecht und keine freiwillige Leistung, die je nach Haushaltslage gekürzt werden kann. Wer qualifizierte Schulbegleitung zurückfährt und Unterstützung erschwert, verschlechtert die Bildungs- und Teilhabechancen der betroffenen Kinder und Jugendlichen. Gleichzeitig werden Lehrkräfte, pädagogische Fachkräfte und Schulen mit zusätzlichen Herausforderungen allein gelassen“, erklärt SvenQuiring, Vorsitzender der GEW Hamburg.
Die GEW Hamburg warnt davor, Schulbegleitung als bloße „nachrangige Hilfe“ zu betrachten. Gerade für viele Schüler*innen mit Unterstützungsbedarf in der körperlich-motorischen Entwicklung, Autismus-Spektrum-Störungen oder psychosozialen Unterstützungsbedarfen sei eine verlässliche und fachlich qualifizierte Begleitung eine zentrale Voraussetzung für gelingende Inklusion.
„Hamburg braucht nicht weniger, sondern mehr Unterstützung für inklusive Bildung. Statt Leistungen einzuschränken, müssen die inklusiven Strukturen an den Schulen ausgebaut und ausreichend qualifizierte Fachkräfte gewonnen und gehalten werden“, so Quiring weiter.
Die GEW Hamburg fordert die Schulbehörde auf, die geplanten Maßnahmen vollständig transparent zu machen, die vorgesehenen Kriterien und Verfahren offenzulegen und ihre konkreten Auswirkungen auf die betroffenen Kinder und Jugendlichen darzustellen. Das Recht auf inklusive Bildung darf nicht durch Sparmaßnahmen ausgehöhlt werden.
Zugleich unterstützt die GEW Hamburg die öffentliche Kritik an den geplanten Änderungen. Betroffene Familien, Fachkräfte und Unterstützer*innen haben eine Petition gegen die Kürzungen bei der Schulbegleitung gestartet. Die GEW Hamburg ruft dazu auf, sich mit den Anliegen der Betroffenen auseinanderzusetzen und die Debatte über die Zukunft der inklusiven Bildung in Hamburg aufmerksam zu verfolgen.
Weitere Informationen zur Petition:
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