Die GEW Hamburg kritisiert die aktuelle Personalstrategie für Lehrende. Im Zentrum steht dabei die Situation an den beruflichen Schulen: Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst wurden dort erst kurz vor Abschluss ihrer Ausbildung darüber informiert, dass für rund 60 Absolvent*innen lediglich zehn Planstellen zur Verfügung stehen.
Für die GEW Hamburg ist dieser Vorgang ein deutliches Zeichen für die Fehlentwicklung der aktuellen Personalpolitik. Es handelt sich dabei nicht um einen Einzelfall, sondern um ein strukturelles Problem: fehlende Planungssicherheit, kurzfristige Kürzungen und eine Personalsteuerung, die pädagogische Qualität hinter Haushaltslogik zurückstellt.
„Wer junge Lehrkräfte ausbildet, trägt auch Verantwortung für verlässliche berufliche Perspektiven. Es ist bildungspolitisch kurzsichtig und menschlich unverantwortlich, hervorragend qualifizierte Kolleg*innen in Unsicherheit, Befristung oder Abwanderung zu treiben“, erklärt Sven Quiring, Vorsitzender der GEW Hamburg.
Besonders kritisch sieht die GEW Hamburg die Folgen für die beruflichen Schulen. Dort droht nicht nur ein Verlust gut ausgebildeter Lehrkräfte, sondern auch der Abbau fachlicher Expertise und gewachsener Teamstrukturen. Viele Kolleg*innen verfügen über berufsfeldspezifische Qualifikationen, die an allgemeinbildenden Schulen kaum eingesetzt werden können. Gleichzeitig gehen durch Umstrukturierungen und Standortkonzentrationen wichtige pädagogische Erfahrungen verloren.
Die GEW fordert deshalb eine transparente und langfristige Personalstrategie, die sich an Bildungsqualität statt an kurzfristigen Sparzielen orientiert. Schulen benötigen stabile Kollegien, planbare Ressourcen und ausreichend Personal, um Unterrichtsqualität und Schulentwicklung sicherzustellen.
„Hamburg braucht mehr Investitionen in Bildung und Personal – nicht weniger. Wer jetzt Stellen abbaut oder Beschäftigte verunsichert, gefährdet die Zukunftsfähigkeit unserer Schulen“, so Quiring weiter. „Gerade die beruflichen Schulen brauchen Verlässlichkeit und eine Politik, die ihre besondere Arbeit anerkennt und stärkt.“
Die GEW Hamburg fordert den Senat und die Schulbehörde auf, die bestehenden Probleme in der Personalentwicklung ernst zu nehmen und gemeinsam mit den Interessenvertretungen tragfähige Lösungen für die Personalentwicklung an Hamburger Schulen zu erarbeiten.
Foto: Karl-Heinz Laube/pixelio.de
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