Die Arbeitsgemeinschaft Vorschulklassen (AG VSK) der GEW Hamburg setzt sich seit Jahren für bessere Rahmenbedingungen in der Vorschule ein. In ihrem aktuellen Statement reagieren die Vorschullehrkräfte auf die Schließung von Vorschulklassen an verschiedenen Schulen. Sie berichten über die steigenden Herausforderungen im Arbeitsalltag, die komplexen Bedürfnisse der Kinder und die fehlenden personellen und strukturellen Ressourcen.
Vorschulkräfte am Limit
„Die Anmeldezahlen sinken und viele Vorschullehrkräfte bangen um ihre Stellen. Und das macht uns wütend. Denn wir sprechen seit Jahren über viele Probleme, was die Vorschularbeit betrifft. Wir berichten, dass wir Vorschullehrkräfte längst am Limit arbeiten – und oft darüber hinaus. Organisatorische Aufgaben und Elternarbeit nehmen kontinuierlich zu und binden immer mehr Zeit, die eigentlich den Kindern gehört.“
Forderungen für bessere Rahmenbedingungen
„Wir haben deutlich gemacht, dass wir mehr Doppelbesetzungen brauchen. Die Anforderungen im Umgang mit den Kindern sind gestiegen, bei anhaltender Heterogenität, ohne Entlastung durch Sonderpädagogen. Inklusion in den Vorschulklassen kann nicht nur ‚mitgedacht‘ werden, sondern muss grundlegend neu gestaltet werden – mit Zeit, Personal, Qualifizierung und verlässlichen Strukturen. Pädagogisch unstrittig sind kleinere Klassen, Doppelbesetzungen und Rahmenbedingungen, die es ermöglichen, jedem Kind gerecht zu werden.“
Jetzt handeln – für Chancengerechtigkeit und Qualität
„Die Realität in den Gruppen hat sich verändert. Die Kinder bringen heute vielfältigere, komplexere und oft auch stark herausfordernde Bedürfnisse mit. Sie brauchen mehr Begleitung, mehr Stabilität, mehr Beziehung. Jetzt wäre genau der Moment, das umzusetzen, was wir seit Jahren für die Kinder und unsere zukünftige Gesellschaft einfordern: Chancengerechtigkeit für gelingende Bildungsbiografien. Vorschule könnte fachlich fundiert, zukunftsorientiert und kindgerecht gestaltet werden – mit verlässlichen Rahmenbedingungen, ausreichend Personal, Zeit für pädagogische Arbeit und tragfähigen Konzepten für Inklusion.“
Kritik an Schließungen und Ressourcenpolitik
„Doch immer wieder hören wir das gleiche Argument: Kleine Klassen kosten Geld. Statt bestehende Vorschulklassen zu stärken, werden sie geschlossen. Finanzielle Ressourcen verpuffen nur, um an anderen Standorten neu verteilt zu werden. Das ist nicht nur enttäuschend, sondern bildungspolitisch kurzsichtig und pädagogisch unverantwortlich – für uns als Fachkräfte, für unsere Arbeitsbedingungen und vor allem für die Kinder, die auf gute Bildung von Anfang an angewiesen sind.“
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