Immer mehr Unternehmen nutzen das Ende des Schuljahres, um mit vermeintlich motivierenden Aktionen auf sich aufmerksam zu machen: Für gute Zeugnisnoten erhalten Schüler*innen Einkaufsgutscheine, beispielsweise bei Thalia, Media Markt oder Möbel Höffner. Was auf den ersten Blick wie eine nette Geste wirkt, ist aus Sicht der GEW Hamburg hochproblematisch.
„Es ist aus pädagogischer Sicht äußerst bedenklich, wenn Unternehmen sich auf diese Weise in den schulischen Raum einkaufen“, sagt Sven Quiring, Vorsitzender der GEW Hamburg. „Schülerinnen und Schüler werden hier gezielt als künftige Konsument*innen angesprochen – das hat mit Bildungsauftrag nichts zu tun.“ Schule solle ein Ort sein, an dem Kinder und Jugendliche frei von kommerziellem Einfluss lernen und sich entwickeln können.
Die GEW lehnt Werbung und Sponsoring durch Unternehmen im schulischen Umfeld grundsätzlich ab. Derartige Gutscheinaktionen tragen dazu bei, dass kommerzielle Interessen Einzug in die Bildung halten. Auch wenn die Verteilung nicht direkt in der Schule erfolgt, suggerieren diese Kampagnen einen engen Zusammenhang zwischen schulischer Leistung und Konsum – ein Signal, das nicht im Sinne einer nachhaltigen, kritischen Bildung ist.
GEW fordert klare Abgrenzung von kommerziellem Einfluss
Die GEW Hamburg appelliert an Schulen, Eltern und die Politik, sich klar gegen solche Marketingstrategien zu positionieren und den Schutz des schulischen Raums vor wirtschaftlichen Interessen zu verteidigen. Bildung ist ein öffentliches Gut – und keine Plattform für Kundenbindung.
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