Der Hamburger Senat plant Kürzungen von drei Millionen Euro in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit (OKJA). Diese Entscheidung ist ein schwerer Schlag – und eine Frechheit, wenn man bedenkt, dass die OKJA seit Jahrzehnten systematisch ausgehöhlt wird.
Offene Stellen werden nicht nachbesetzt und bewährte sowie notwendige Projekte gestrichen. Angebote, die jungen Menschen gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen, verschwinden schleichend. Die Folgen dieser Politik tragen Kinder und Jugendliche, insbesondere jene, die ohnehin am stärksten belastet sind.
Vor der Sitzung fand im Rahmen eines Warnstreiks eine Kundgebung unter dem Motto „Entschlossen gegen Kürzungen – Kinder- und Jugendrechte verteidigen“ statt, zu der die IVOA aufgerufen hatte. Da der Senat jedoch keinerlei Einsicht zeigte und weiterhin an den geplanten Kürzungen festhielt, trafen sich die Beschäftigten spontan zu einer weiteren Protestkundgebung. Mit den Worten „Eure Lügen ohne uns“ machten sie deutlich, wie groß Wut und Erschöpfung in der Praxis inzwischen sind. Die Beschäftigten sind es leid, immer neue Kürzungen abzufedern, während die Bedarfe weiter steigen.
Die Offene Kinder- und Jugendarbeit ist ein zentraler Anker unserer Gesellschaft. Sie schafft Schutzräume, Beteiligung, Bildung, Stabilität und Perspektiven – besonders für junge Menschen, die keine Lobby haben.
Noch immer sind rund 10.000 Kinder und Jugendliche in Unterkünften untergebracht. Gleichzeitig erklärte der Sprecher der zuständigen Senatorin, Obdachlosigkeit sei in Deutschland illegal. Diese Aussage steht in krassem Widerspruch zur Realität tausender junger Menschen und macht deutlich, wie weit politische Kommunikation und Lebenswirklichkeit auseinanderliegen.
Die geplanten Einsparungen werden die Jugendhilfe hart treffen. Die Konsequenzen dieser Politik werden spürbar sein – in den Stadtteilen, in den Einrichtungen, auf der Straße. Wer heute bei Kindern und Jugendlichen kürzt, zahlt morgen einen hohen gesellschaftlichen Preis.
Wir fordern:
- den Erhalt und Ausbau der Offenen Kinder- und Jugendarbeit,
- eine auskömmliche Finanzierung statt weiterer Kürzungen und
- echte politische Verantwortung für die Lebenslagen junger Menschen in Hamburg!
Die OKJA darf nicht weiter kaputtgespart werden. Sie ist kein Luxus, sondern notwendig.

