Am 26. September fand der Tag der OKJA (Offene Kinder- und Jugendarbeit) statt. Die GEW-Hamburg war mit einem Infostand vor Ort und hielt einen Redebeitrag, den wir gerne dokumentieren:
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
liebe Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene,
liebe Freundinnen und Freunde der Offenen Kinder- und Jugendarbeit,
Die Offene Kinder- und Jugendarbeit ist ein Anker unserer Gesellschaft!
In Jugendclubs, Spielhäusern, auf Abenteuerspielplätzen und in mobilen Angeboten in über 300 Einrichtungen in Hamburg finden Kinder und Jugendliche Räume, in denen sie wachsen, (Pause) gestalten (Pause) und Gemeinschaft erleben können.
Hier erfahren sie, dass sie etwas bewirken können. Sie dürfen ausprobieren, Fehler machen, daraus lernen – und ihre Stimme erheben. Offene Kinder- und Jugendarbeit ist weit mehr als nur Freizeitgestaltung. Sie ist politisch. Denn hier lernen junge Menschen: Meine Meinung zählt. Ich werde gehört. Ich kann die Gesellschaft mitgestalten.
Gerade in Zeiten von Unsicherheit, gesellschaftlicher Spaltung und wachsendem Rechtspopulismus brauchen wir diese Orte mehr denn je. Doch wir alle wissen: Diese wichtige Arbeit steht unter großem Druck. Unsichere Finanzierung. Zu wenig Personal. Immer höhere Erwartungen.
Fachkräfte, die Tag für Tag Unglaubliches leisten mit Kreativität, Verantwortungsbewusstsein und Herzblut werden viel zu oft mit prekären Bedingungen abgespeist. Das dürfen wir nicht hinnehmen! Gute pädagogische Arbeit braucht Zeit, Kontinuität und Anerkennung.
Darum sagen wir als GEW Hamburg ganz klar:
Erstens: Wir brauchen eine verlässliche und bedarfsgerechte Finanzierung der Offenen Kinder- und Jugendarbeit. Schluss mit Befristungen und kurzfristigen Projektlogiken! Einrichtungen und Fachkräfte brauchen Planungssicherheit.
Zweitens: Wir brauchen faire Löhne und gute Arbeitsbedingungen. Wer Verantwortung für junge Menschen trägt, darf nicht am Rande des Burnouts stehen oder in der Armutsfalle landen.
Drittens: Wir brauchen mehr Personal. Nur wenn genügend Kolleginnen und Kollegen da sind, können Kinder und Jugendliche wirklich gut begleitet werden.
Viertens: Wir fordern ein verbindliches Zeugnisverweigerungsrecht für Sozialarbeiterinnen und Sozialpädagogen. Wer in der OKJA arbeitet, muss vertrauliche Beziehungen schützen können – ohne Angst, sich dabei strafbar zu machen.
Lasst uns gemeinsam dafür kämpfen, dass alle Kinder und Jugendlichen Orte haben, an denen sie wachsen, gestalten und Gemeinschaft erleben können. Die Offene Kinder- und Jugendarbeit darf nicht der Sparpolitik zum Opfer fallen – sie ist Zukunftsarbeit!
Für die Kinder, für die Jugendlichen – und für eine starke, solidarische Gesellschaft.
Varsenik Vardanyan, Referentin für Kinder- und Jugendhilfe und TV AVH

