Am 26. September 2025 von 16:00 bis 19:00 Uhr findet der Tag der OKJA (Offene Kinder- und Jugendarbeit) statt. Die GEW-Hamburg wird mit einem Infostand vor Ort sein und einen Redebeitrag halten. Gemeinsam mit den Kolleg*innen wollen wir ein Zeichen setzen: Für junge Menschen, für gute pädagogische Arbeit und für eine solidarische Gesellschaft.
Für viele junge Menschen ist die Offene Kinder- und Jugendarbeit (OKJA) ein wichtiger Anker im Alltag. In einer zunehmend komplexen Welt bieten offene Einrichtungen geschützte Räume in denen Kinder und Jugendliche Selbstwirksamkeit erleben, Gemeinschaft gestalten und pädagogisch begleitet wachsen können. In Hamburg stehen dafür über 300 Einrichtungen zur Verfügung von Jugendclubs und Spielhäusern über Abenteuerspielplätze bis hin zu mobilen Angeboten.
Diese Einrichtungen leisten Tag für Tag einen unverzichtbaren Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen. Sie fördern soziale Teilhabe, stärken demokratisches Denken und schaffen niedrigschwellige Zugänge zu Bildung und Beratung. Doch obwohl ihre gesellschaftliche Bedeutung außer Frage steht, sieht sich die Offene Kinder- und Jugendarbeit zunehmend unter Druck durch unsichere Finanzierungsmodelle, Fachkräftemangel und wachsende gesellschaftliche Erwartungen.
In Hamburg umfasst die OKJA eine breite Trägervielfalt und Angebotsstruktur:
- Häuser der Jugend, Jugendclubs, Jugendzentren
- Spielhäuser, Bau- und Abenteuerspielplätze
- Mädchenläden, Jugendcafes, KiFaZ
- Mobile Projekte und Schulkooperationen
Diese Vielfalt ermöglicht es auf die Lebensrealitäten junger Menschen flexibel einzugehen, erfordert aber zugleich Fachlichkeit und stabile personelle Ressourcen.
Fachkräfte der OKJA, Erzieher*innen, Sozialarbeiter*innen oder Sozialpädagog*innen gestalten diese Räume nicht nur inhaltlich, sondern sind auch Ansprechpersonen und Impulsgeber, vor allem sind sie aber auch Bezugspersonen, denn Ihre Aufgaben sind vielfältig:
- Gestaltung von Freizeit-, Ferien- und Projektangeboten
- Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an der Planung
- Durchführung geschlechtersensibler und interkultureller Angebote
- Stadtteilorientierte Arbeit mit Blick auf Lebenslagen
- Medien-, Kultur- und Erlebnispädagogik
- Bereitstellung von Beratungsangeboten und Mittagstischen
- Initiierung von Interessengruppen (Sport, Musik, Theater)
Diese Arbeit verlangt nicht nur pädagogische Expertise, sondern auch Kreativität, Belastbarkeit und ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein. Sie findet oft im Spannungsfeld zwischen individuellen Bedarfen, institutionellen Anforderungen und politischen Rahmenbedingungen statt.
Es ist mehr als Freizeitgestaltung!
Die Arbeit der OKJA ist politisch. Sie macht Räume auf in denen junge Menschen lernen sich zu positionieren, gehört zu werden und mitzugestalten. Gerade in Zeiten gesellschaftlicher Spaltung, wachsendem Rechtspopulismus und Unsicherheiten über die Zukunft müssen diese Räume geschützt und gestärkt werden.
Die aktuelle Shell-Studie zeigt, dass viele Jugendliche mit Sorgen auf ihre Zukunft blicken. Gleichzeitig finden ihre Perspektiven in gesellschaftlichen Debatten häufig zu wenig Gehör. Die Offene Kinder- und Jugendarbeit fängt diese Lücke auf indem sie zuhört, stärkt, begleitet und Handlungsspielräume eröffnet.
Die GEW-Hamburg setzt sich für die Stärkung der Offenen Kinder- und Jugendarbeit ein. Unsere Forderungen sind: Verlässliche, bedarfsgerechte Finanzierung der OKJA, damit junge Menschen dauerhaft Zugang zu diesen wichtigen Angeboten haben. Faire Löhne, mehr Personal und gute Arbeitsbedingungen, denn gute Arbeit braucht Zeit, Reflexion und Kontinuität. Wir brauchen gleichzeitig mehr Sichtbarkeit und gesellschaftliche Anerkennung, denn Jugend hat eine Stimme, sie muss gehört werden. Wir fordern außerdem ein verbindliches Zeugnisverweigerungsrecht für Sozialarbeiter*innen und Sozialpädagog*innen, um den Schutz vertraulicher Beziehungen und die Ausübung professioneller Arbeit zu gewährleisten. Ohne diesen rechtlichen Schutz geraten Fachkräfte ständig in Konflikte zwischen berufsethischen Prinzipien und strafrechtlichen Anforderungen, das gefährdet das Vertrauensverhältnis zu Klienten*innen und macht sie rechtlich angreifbar.
Wir sehen uns auf dem Goetheplatz (Große Bergstraße 164)!
Dich erwartet dort:
- Eine Bühne mit Rede- und Musikbeiträgen.
- Mitmachaktionen für junge Menschen.
- Angebote zur Vernetzung und zum Kennenlernen.
- Die Möglichkeit, selbst aufzutreten und seine Meinung zu äußern.
Varsenik Vardanyan, Referentin für Kinder- und Jugendhilfe und TV AVH
Du willst eintreten? Herzlich willkommen!
Foto: Michal Jarmoluk auf Pixabay

