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Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft - Landesverband Hamburg
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„Der Weg zum Traumjob Wissenschaft“

Geschrieben von: 
GEW Hauptvorstand
DUZ Special
Foto: Kay Herschelman

Das aktuelle Special der Deutschen Universitätszeitung (DUZ) wird von der GEW herausgegeben und widmet sich dem zehnten Jubiläum des Templiner Manifests. Die Gewerkschaft wird weiter gegen prekäre Arbeitsbedingungen in der Wissenschaft kämpfen.

Zum zehnten Jubiläum des Templiner Manifests gibt die GEW ein DUZ Special mit dem Titel „Der Weg zum Traumjob Wissenschaft“ heraus. 2010 startete die Bildungsgewerkschaft mit dem Templiner Manifest eine Kampagne für den Traumjob Wissenschaft und sagte den prekären Beschäftigungsverhältnissen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern an Hochschulen und Forschungseinrichtungen den Kampf an. 

„Gute Wissenschaft braucht gute Arbeitsbedingungen. Dafür werde ich mich weiter einsetzen. Der ‚Zukunftsvertrag Studium und Lehre stärken‘ und die Exzellenzstrategie geben den Hochschulen langfristig Planungssicherheit. Ich erwarte, dass sie diese nutzen und mehr unbefristete Beschäftigungsverhältnisse schaffen“, sagte Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) anlässlich der Veröffentlichung der Publikation.

Aktuell arbeiten noch immer mehr als 80 Prozent des nichtprofessoralen wissenschaftlichen Personals mit befristeten Verträgen, deren Laufzeit höchsten 29 Monate vorsieht. Daher wird die GEW ihr Engagement unvermindert fortsetzen. „Anders als die Hochschulsysteme Großbritanniens, Frankreichs, der Vereinigten Staaten und vieler anderer Länder gibt es im deutschen System kaum Perspektiven, neben der Professur dauerhaft Wissenschaft als Beruf zu betreiben. Wer eine akademische Laufbahn einschlägt, muss alles auf eine Karte setzen – hopp oder topp, W3 oder Hartz 4,“ betont der GEW-Hochschulexperte und Vizevorsitzende Andreas Keller.

Helmut Duwe von der Arbeitsgemeinschaft der Betriebs- und Personalräte der außeruniversitären Forschung warnt in Der Weg zum Traumjob Wissenschaft: Zehn Jahre Templiner Manifest zudem: „Die beibehaltene Befristungspraxis in der Forschung birgt die Gefahr, vor allem eine Ellenbogenmentalität im beruflichen Konkurrenzkampf zu fördern.“ Insgesamt sei dies ein „unsäglicher Zustand“ für die Betroffenen, der auch zu Abwanderungen hochqualifizierter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ins Ausland führe, kritisiert Thomas Sattelberger, Human- Ressource-Experte und Sprecher für Innovation, Bildung und Forschung der FDP-Fraktion.

Dass sich Karrierewege und Beschäftigungsbedingungen an Hochschulen nur langsam verbesserten. liege daran, dass die Maßnahmen und Verpflichtungen in Politik und Wissenschaft viel zu zaghaft seinen, sagt Nicole Gohlke von der Bundestagsfraktion Die Linke und fordert, verkrustete Strukturen an den Hochschulen aufzubrechen.

Bei einer Jubiläumskonferenz am 25. November 2020 in Berlin wird die GEW gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Vertreterinnen und Vertretern des Bundes, der Länder und der Hochschulen eine kritische Bilanz ziehen, wie sich die Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen in der Wissenschaft in der vergangenen Dekade entwickelt haben. 

Foto: Kay Herschelman