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Laura Pooth ist neue Vorsitzende des DGB Nord

Geschrieben von: 
Webredaktion
7. Bezirkskonferenz des DGB Bezirk Nord
Foto: Reiner Hoffmann und Laura Pooth / DGB Nord

Laura Pooth ist neue Vorsitzende des DGB Nord. 88,37 Prozent der rund 100 Delegierten der DGB-Bezirkskonferenz stimmten für die einzige Kandidatin. Für Ingo Schlüter als ihren Stellvertreter stimmten 96,51 Prozent. Die Delegierten der Gewerkschaften treffen noch bis zum Abend im Rahmen der 7. Ordentlichen Bezirkskonferenz des DGB Nord in Timmendorfer Strand wichtige Personal- und Sachentscheidungen. Die Bezirkskonferenz ist das wichtigste Gremium der DGB-Gewerkschaften im Norden und findet alle vier Jahre statt.

„Ich freue mich sehr über das große Vertrauen, das mir die Delegierten ausgesprochen haben“, sagte die neue DGB Nord-Vorsitzende Laura Pooth. „Zukunft gestalten heißt, für Gute Arbeit für alle Menschen zu sorgen. Gute Arbeitsplätze sind sicher, mit Tariflohn und mitbestimmt. Tarifflucht dagegen ist rückwärtsgewandt. Die Arbeitgeber müssen begreifen, dass Tariflohn die Voraussetzung für Wachstum und Attraktivität im Wettbewerb um Fachkräfte ist. Die Politik muss dafür den notwendigen Rahmen setzen. Und sie muss endlich den Investitionsstau beheben. Denn Tariflohn und Investitionen sind zwei entscheidende Schlüssel für den Zusammenhalt der Gesellschaft.“

Im Zusammenhang mit der vorerst letzten Verhandlungsrunde im Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst der Länder zeigte die neue DGB Nord-Vorsitzende den Arbeitgebern die rote Karte: „Die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes haben Wertschätzung und Anerkennung verdient. Dies muss sich jetzt in einem Tarifabschluss wiederspiegeln." In einer Resolution erklärten die Delegierten ihre Solidarität mit den streikenden Beschäftigten der Länder. Mit Blick auf die Pandemie rief Pooth die Delegierten dazu auf, gemeinsam alle Anstrengungen zu unternehmen, um die vierte Welle zu brechen.

Ihr Stellvertreter Ingo Schlüter sagte: „Die Bewältigung der großen Zukunftsfragen wie Klimakrise, Digitalisierung  und Demografie ist nur unter Berücksichtigung der Interessen der Beschäftigten und unter Beteiligung der Gewerkschaften möglich. Der DGB Nord wird sich auch in den kommenden vier Jahren intensiv in die landespolitischen Auseinandersetzungen um soziale Gerechtigkeit, Bildungschancen für alle und für ein weltoffenes, friedliches Miteinander einsetzen.“

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig richtete zu Beginn ein Grußwort an die Versammlung: „Wir wollen Mecklenburg-Vorpommern in den kommenden Jahren wirtschaftlich weiter voranbringen, damit gute Arbeitsplätze entstehen und gesichert werden und damit das Lohnniveau weiter steigt. Gemeinsam setzen wir uns dafür ein, dass mehr Tariflohn gezahlt wird. Die Gewerkschaften sind auch wichtige Partner auf dem Feld der norddeutschen Zusammenarbeit. Wir wollen, dass der Norden noch enger zusammenrückt.“

Der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann nahm in seinem Grußwort die neue Bundesregierung in die Pflicht: „Die sozial-ökologische Transformation ist die zentrale Herausforderung für dieses Jahrzehnt – auch für viele Branchen und Beschäftigte hier im Norden. Wir werden die zukünftige Bundesregierung daran messen, welchen Beitrag sie leisten wollen, um unser Land zu modernisieren, um den Klimawandel erfolgreich zu bekämpfen und die Transformation mit sozialer Sicherheit und guter Arbeit zu verbinden.“ 

Im Mittelpunkt der Bezirkskonferenz steht die Positionierung des DGB Nord für die kommenden vier Jahre. In einer Erklärung verständigten sich der DGB Nord und seine Mitgliedsgewerkschaften darauf, die Zukunft im Norden solidarisch, nachhaltig und demokratisch zu gestalten. „Gemeinsam wollen wir mit voller Kraft die Aufgaben angehen, die vor uns liegen – für Gute Arbeit, für ein gutes Leben und eine gute Zukunft der Arbeitnehmer*innen in unseren Bundesländern“, heißt es darin.

Darüber hinaus liegen den Delegierten u. a. Anträge zur „Gestaltung der sozial-ökologischen Transformation“, zur „zukunftsfähigen Gestaltung der Arbeitsbedingungen im öffentlichen Dienst“, zur „Novellierung des Pflegepersonalstärkungsgesetzes “ und zur „Modernisierung der Beruflichen Schulen“ vor.  

Die Delegierten wählen außerdem die Spitzen der DGB Regionen Schleswig-Holstein Nordwest, Schleswig-Holstein Südost, Kiel Region, Rostock-Schwerin, Vorpommern, Ost-Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg.

Foto: Reiner Hoffmann und Laura Pooth / DGB Nord