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Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft - Landesverband Hamburg
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GEW fordert breite Beteiligung bei der Diskussion um die Reform der LehrerInnenbildung ein

Geschrieben von: 
Presseredaktion
Senator Rabe auf dem Weg in die „Twitterdemokratie“

Nachdem Senator Rabe Ende 2015 eine „Expertenkommission zur Fortschreibung der Reform der Lehrerbildung in Hamburg“ eingesetzt hat, sind deren Empfehlungen am 18.01.2017 dem Senator übergeben worden. Von einer breiten Diskussion der Ergebnisse dieser Expertenkommission, wie sie Senator Rabe in der Schulausschusssitzung am 25.02.2016 angekündigt hat, ist jetzt nicht mehr die Rede. In der Antwort des Senats auf die Schriftliche Kleine Anfrage (Drucksache 21/7641) von Frau von Treuenfels-Frowein/FDP  vom 27.01.2017 wird darauf verwiesen, dass sich die interessierte Öffentlichkeit die Empfehlungen der Expertenkommission aus dem Internet herunterladen und ihre Meinungen an ein E-Mail-Postfach senden möge.

„Einmal mehr wird deutlich, welches Verständnis die Schulbehörde und ihr Senator von demokratischer Teilhabe der eigentlichen Akteure und Betroffenen haben. Weder die Schulen, noch Verbände oder wir als zuständige Gewerkschaft werden aktiv eingeladen, an der Diskussion teilzunehmen. Wenn stattdessen der Verweis auf eine Internetseite und eine E-Mail-Adresse erfolgt, wird der eigentlichen Diskussion ausgewichen“, kritisiert Anja Bensinger-Stolze, GEW Vorsitzende in Hamburg.

„Ein Ins-Gespräch-Kommen, eine Diskussion mit allen Beteiligten über die Weiterentwicklung der LehrerInnenbildung ist vom Senator auch gar nicht gewünscht, schon bevor die ExpertInnenkommission die Arbeit aufgenommen hat, hat Senator Rabe den Kurs vorgegeben, wo es hingehen soll. Ein eigenes Grundschullehramt und eine Teilung in Stadtteil- und Gymnasiallehramt wurden von ihm verlangt. Als GEW werden wir uns an dieser ‚Twitterdemokratie‘ nicht beteiligen, sondern wollen dafür sorgen, dass es tatsächlich zu einer Diskussion derjenigen kommt, die sich – auch außerhalb der Behörden – seit Jahren damit beschäftigen“, kündigt Bensinger-Stolze an. 

Dazu hat die GEW Prüfsteine zur LehrerInnenbildung entwickelt, an denen sich die Reform des Senators messen lassen muss. Diese finden sich im Anhang und stehen auf der Homepage der GEW zur öffentlichen Verfügung.