Der Mord an Ramazan Avcı war nicht der erste rassistische Mord in Hamburg. Vielmehr waren die 1980er Jahre gekennzeichnet durch ein kontinuierliches Ansteigen rechter Gewalt, unübersehbar gerade auch im öffentlichen Raum. Weggesehen wurde trotzdem. Die hlz hat mit Florian Schubert gesprochen, der zusammen mit Felix Krebs diese immer noch allzu gern verdrängte Hamburger Stadtgeschichte rekonstruiert und 2025 als Buch veröffentlicht hat.
Lieber Florian, was war der Anlass für Felix Krebs und dich, ein Buch über die rechte und rassistische Gewalt im Hamburg der 1980er Jahre zu schreiben?
Florian Schubert: Ich habe vor mehreren Jahren mit anderen zusammen an der Ausstellung ›Ins rechte Licht gerückt‹ über die rechte HSV-Fanszene der 1980er Jahre gearbeitet und geforscht, die 2022 veröffentlicht wurde. Im Zuge dieser Arbeit habe ich mich ausgiebig mit der rechten Gewalt in Hamburg der 1980er Jahre beschäftigt, die ich selbst nur aus Erzählungen und unzusammenhängenden Erinnerungen aus meiner Kindheit kenne. Im Zuge meiner Recherchen habe ich Felix nach Materialien aus der Zeit angesprochen. Als wir uns für einen Austausch getroffen haben, stellte sich heraus, dass auch Felix gerade über die Geschichte rechter Gewalt in Hamburg recherchierte, für eine Ausstellung, die von der Gedenkstätte Neuengamme über rechte Gewalt in Hamburg seit 1945 erstellt wurde. Ich hatte schon einiges an Materialien zusammengetragen und dadurch schon angefangen, mir ein Bild zu machen. Felix wiederum, der die 1980er Jahre in Hamburg selbst als politisch aktiver Mensch miterlebt hatte und über einige Materialien verfügte, sichtete diese Materialien mit mir zusammen bei unserem Treffen und war, ebenso wie ich vorher schon, erstaunt und eigentlich auch geschockt, wie viele gewalttätige Vorfälle wir aus jener Zeit entdeckten. […]
Der vollständige Artikel findet sich in der hlz März/April 2026, S. 12 f.
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