GEW Hamburg

Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft - Landesverband Hamburg
Foto mit GEW-Logo

Viel erreicht in 2018

Geschrieben von: 
Webredaktion
Thema: 
GEW
Rückblick der Landesvorsitzenden
Foto: GEW Hamburg

Das Gewerkschaftsjahr 2018 hatte viel zu bieten: Eine Tarifauseinandersetzung im öffentlichen Dienst, Personal- und Betriebsratsratswahlen, einen engagierten Einsatz gegen den Lehrkräftemangel und für JA 13, Forschungsprojekte sowie den Wiederaufbau der Jungen GEW und einen erfolgreichen Aktionstag unserer RuheständlerInnen.

Drei lange Verhandlungstage und viele Aktivitäten waren nötig, um die Tarifrunde für die ErzieherInnen (TVöD/AVH) im Frühjahr 2018 erfolgreich abzuschließen. Bis zuletzt hatten die Arbeitgeber die Forderungen der Gewerkschaften zurückgewiesen. Am Ende verständigten sich die Tarifparteien auf neue Tabellen. Im Durchschnitt bedeutet das rund 7,5 Prozent mehr Gehalt. Wir hätten uns eine kürzere Laufzeit gewünscht, aber das ist unter dem Strich die höchste Steigerung seit Jahren und ein richtig gutes Ergebnis. Im Frühjahr 2019 steht die nächste Tarifauseinandersetzung bevor, diesmal für die angestellten Lehrkräfte und das angestellte pädagogisch-therapeutische Fachpersonal (PTF; TV-L)

Als eine Bestätigung der guten Personalratsarbeit der GEW werten wir das Ergebnis der Wahlen zum Gesamtpersonalrat der Hamburger Schulen im Frühsommer 2018. Bei den BeamtInnen ist die GEW mit 79,6 % aller Stimmen erneut die stärkste Fraktion geworden. Auch bei den Angestellten erhielt sie wie bei der letzten Wahl die Mehrheit der Stimmen (57,6 %) und konnte dabei sogar zehn Prozentpunkte zulegen. Die vielen Hundert Personalratsmitglieder der GEW an den Schulen stehen ihren KollegInnen in personalrechtlichen Fragen kompetent und solidarisch zur Seite, das wissen die KollegInnen zu schätzen. Hier macht sich die jahrelange gewerkschaftliche Erfahrung der GEW bezahlt. Wir betrachten das Ergebnis auch als Auftrag in unserem Einsatz nicht nachzulassen.

Die Flickschusterei von Herrn Rabe, um den Lehrkräftemangel zu beheben, haben wir 2018 mehrfach kritisiert und immer wieder darauf hingewiesen, dass es nur über eine Steigerung der Attraktivität des Berufes gelingen wird, ausreichend Lehrkräfte zu gewinnen. Wir fordern für alle Lehrämter eine Eingangsbesoldung nach A13 bzw. E13. Es ist ein Anachronismus, dass Grundschul- und Sek I‐Kolleginnen und -kollegen bis heute schlechter bezahlt werden als Lehrkräfte an anderen Schulformen. Darüber hinaus fordern wir Entlastungen für die Lehrkräfte und haben hierzu verschiedene Vorschläge vorgelegt. Nur so kann die Attraktivität des Berufs gesteigert und mehr junge Menschen als bisher als PädagogInnen gewonnen werden.

Zum Thema JA 13 haben wir im Mai 2018 einen Aktionstag veranstaltet, bei dem wir mit hunderten von KollegInnen das Rathaus umzingelt haben. Im November folgte ein weiterer Aktionstag mit vielfältigen Aktionen an Schulen. Verschiedene Gespräche mit der Schulbehörde stimmen uns optimistisch, hier voranzukommen.  Auch und gerade in den Grundschulen brauchen wir jetzt und sofort gut ausgebildete Lehrkräfte, die natürlich entsprechend ihrer Ausbildung bezahlt werden müssen. Gute Schule auf Kosten der Beschäftigten lehnen wir ab! Wir erwarten von der rotgrünen Regierung in Hamburg diesen Skandal endlich abzustellen und entsprechende gesetzliche Grundlagen zu schaffen! Wir fordern eine Umsetzung noch in den aktuell laufenden Haushaltsverhandlungen!

Zwei Forschungsprojekte zur Geschichte der GEW Hamburg wurden 2018 auf den Weg gebracht. Einer beschäftigt sich mit der Gleichschaltung unserer Vorläuferorganisation Gesellschaft der Freunde, ein weiterer mit den Unvereinbarkeitsbeschlüssen der 1970er Jahre. 2019 werden die Ergebnisse vorliegen, die wir auch auf Veranstaltungen präsentieren werden.

In der GEW sind Jüngere und Ältere aktiv, daher freuen wir uns sehr über die zunehmenden Aktivtäten der Jungen GEW sowie ein Highlight dieses Gewerkschaftsjahres, die Konferenz zu 50 Jahren 1968 unserer Betriebsgruppe der RuheständlerInnen im Oktober.

Wir gehen gestärkt ins nächste Jahr, freuen uns, mit euch an diesen Themen weiter zu arbeiten, wünschen eine besinnliche Advents- und Weihnachtszeit und einen guten Rutsch in 2019!

Anja Bensinger-Stolze, Fredrik Dehnerdt, Sven Quiring

Foto: GEW Hamburg