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Mitglieder- und Organisationsentwicklung in der GEW Hamburg

Geschrieben von: 
Webredaktion
Thema: 
GEW
„Gehaltvolle Interessenvertretungspolitik und engagiertes bildungs- und gesellschaftspolitischen Auftreten zahlen sich aus“
Bild: GEW

Die Mitgliederentwicklung in der GEW Hamburg ist nach zwei Jahren mit leichtem Rückgang im letzten Jahr wieder positiv – wir wachsen wieder wie in den Jahren zuvor! Diese positive Entwicklung liegt einerseits an den Tarifauseinandersetzungen im öffentlichen Dienst 2018, andererseits an der guten Arbeit der GEW:  einer gehaltvollen Interessenvertretungspolitik wie auch einem engagierten bildungs- und gesellschaftspolitischen Auftreten.

Im Folgenden wird auf die Mitgliederentwicklung der DGB-Gewerkschaften, der GEW bundesweit sowie auf die GEW Hamburg eingegangen und abschließend verschiedene Aktivitäten der GEW Hamburg vorgestellt, die das Ziel verfolgen, die GEW auch organisationspolitisch weiterzuentwickeln.

 

Mitgliederentwicklung…

…in den DGB-Gewerkschaften

Die Mitgliederentwicklung in den DGB-Gewerkschaften ist leider leicht negativ. Einerseits konnten die Gewerkschaft der Polizei (GdP) um erfreuliche 3,13 und die IG Metall um 0,35 Prozent zulegen, zugleich haben die IG BCE, ver.di, IG BAU, NGG und EVG einen Mitgliederrückgang zwischen 0,82 (IG BCE) bis 2,89 Prozent (IG BAU) zu verzeichnen. Die GEW konnte ihren Mitgliederbestand leicht erhöhen und gewann bundesweit 0,41 Prozent Mitglieder hinzu. Der DGB insgesamt hatte 2018 einen leichten Mitgliederrückgang von 0,34 Prozent und organisiert nun  5.974.950 Beschäftigte, Studierende, RentnerInnen und PensionärInnen.

…in der GEW bundesweit

Von den aktuell bundesweit 279.389 GEW-Mitgliedern sind 71,7 Prozent weiblich und 28,3 Prozent männlich. Die größte Gruppe stellen wenig überraschend die Beschäftigten mit 74,3 Prozent (75,9 Prozent weiblich / 24,1 Prozent männlich). Davon sind 46,7 Prozent Angestellte (77,1w/22,9m) und 53,3 Prozent BeamtInnen (74,9w/25,1m). Zu den SeniorInnen zählen mittlerweile 19,3 Prozent der Mitglieder (75,9w/24,1m), 4,5 Prozent sind Studierende (61,6w/38,4m) und 2 Prozent arbeitslos (68,8w/31,2m). Der Organisationsbereich Schule ist mit 62,7 Prozent der am stärksten vertretene (73,2w/26,8m), gefolgt vom Bereich Jugendhilfe und Sozialarbeit mit 14,9 (85,0w/15,0m), Berufliche Bildung und Weiterbildung mit 9,4 (55,6w/44,4m; wobei hier die Beruflichen Schulen einsortiert sind) und Hochschule und Forschung mit 7 Prozent (48,6w/51,4m). 6 Prozent entfallen auf Sonstige bzw. sind nicht zuzuordnen. Im Vergleich mit dem Vorjahr gab es kaum Verschiebungen zwischen den Proporzen.

… in der GEW Hamburg

Die GEW Hamburg hat nach zwei Jahren des leichten Mitgliederrückgangs erfreulicherweise wieder Zugewinne zu verzeichnen und konnte ihre Mitgliederzahl von 10188 (2017) auf 10489 (2018) steigern. Das ist ein erfreulicher Zuwachs um 2,95 Prozent.

Von den aktuell 10489 GEW Hamburg-Mitgliedern sind 7178 weiblich und 3311 männlich. Die größte Gruppe stellen die Beschäftigten mit 8062, davon sind 3294 Angestellte (2472 Personen weiblich, 822 Personen männlich) und 4768 BeamtInnen (3377w/1391m). Der Organisationsbereich Schule ist mit 6257 Mitgliedern der am stärksten vertretene (4504w/1753m), gefolgt vom Bereich Kinder- und Jugendhilfe mit 1430 (1155w/275m), Erwachsenenbildung mit 275 (171w/104m) und Hochschule und Forschung mit 271 Mitgliedern (132w/139m). Zu den SeniorInnen zählen 1910 (1008w/902m), zu den  Studierende 303 (178w/125m) Mitglieder.

 

Organisationsentwicklung der GEW Hamburg

Einerseits verzeichnet die GEW Hamburg seit Jahren (abgesehen von 2016 und 2017) einen Mitgliederanstieg, andererseits schlägt sich dies nicht in gesteigerten Aktivitäten und einer erhöhten Beteiligung innerhalb der GEW nieder. Zur Weiterentwicklung der GEW Hamburg hat der Landesvorstand bereits 2016 eine Kommission eingesetzt, die sich mit Fragen rund um das Thema, wie wir die Beteiligung der Mitglieder stärken können, befasst und verschiedene Vorschläge entwickelt hat, die seitdem weiter vorangetrieben werden. Dazu gehörte, neue Beteiligungsstrukturen für Vertrauensleute in der GEW zu schaffen, weitere Vertrauensleute-Informationen und Arbeitshilfen anzubieten sowie, die “aufsuchende“ Arbeit zu verstärken. Aktuell läuft ein Projekt zur Organisierung im Weiterbildungsbereich, zudem wird die AG Weiterentwicklung in Zukunft enger mit der Gewerkschaftlichen Bildung verzahnt.

…Organisationsprojekt im Bereich Erwachsenenbildung

Wir haben seit vielen Jahren leicht sinkende Mitgliederzahlen in der Fachgruppe Erwachsenenbildung. Wir arbeiten in diesem Bereich in den letzten Jahren ab und zu kampagnenförmig, z.B. zum Thema Arbeitnehmerähnlichkeit bei der VHS, und dies auch mit kleinen Erfolgen, aber ohne Kontinuität. Grund sind fehlende Arbeitskapazitäten in der Geschäftsstelle für die Fachgruppenarbeit. Die Ansprache der Mitglieder ist schwierig, da die Mitgliedschaft äußerst heterogen ist: ein paar Festangestellte, viele FreiberuflerInnen sowie Arbeitnehmerähnliche mit sehr unterschiedlichen Arbeitsschwerpunkten. Wir haben mit Detlev Zunker eine geeignete Person gefunden, die für einen Honorarauftrag  die konkrete Organisierungsarbeit übernimmt und mit der Geschäftsstelle zusammenarbeitet. Mittlerweile wurden die Beschäftigten zur gemeinsamen Fachgruppenarbeit eingeladen, um gemeinsame Themen, Interessen und Politikschritte herauszuarbeiten. Mit dem Projekt soll eine regelmäßige Fachgruppenarbeit, die es in Hamburg mindestens 15 Jahre nicht gegeben hat, wieder begonnen werden.

…Erweiterung des Referats F (gewerkschaftliche Bildungsarbeit) um die Bereiche Organisationsentwicklung und Mitgliederwerbung

Die GEW Hamburg arbeitet seit Jahren zu den Themen Organisationsentwicklung und Mitgliederwerbung, vorwiegend in Projekt- und Arbeitsgruppen.  Viele KollegInnen haben sich daran beteiligt, zuletzt in der vom Landesvorstand eingesetzten AG „Weiterentwicklung“ (2016-2017), die unter anderem die Satzung entrümpelt und die Vertrauensleuteversammlung wieder eingeführt hat.

Es ist sinnvoll, an den Themenbereichen  Organisationsentwicklung und Mitgliederwerbung nicht nur projektförmig, sondern kontinuierlich zu arbeiten. Daher planen wir, das Referat F (gewerkschaftliche Bildungsarbeit) neu aufzustellen und um die Bereiche Organisationsentwicklung und Mitgliederwerbung zu erweitern und, u.a. aus den bisherigen Projektgruppen, neue Interessierte für diese Arbeit zu gewinnen.

Das Referat F hat ohnehin durch das Anbieten von eher gewerkschaftsstrategischen Seminaren (Vertrauensleuteseminare, Seminar für neue Aktive…) Überschneidungen zu den Bereichen Organisationsentwicklung und Mitgliederwerbung. Auch in anderen GEW Landesverbänden werden diese Themen in einem gemeinsamen Referat bearbeitet.

Mittelfristig müsste sich der Auftrag eines so veränderten Referats auch in der Satzung wiederfinden. Zunächst planen wir, nach interessierten Mitgliedern für das „neue Referat“ zu suchen und in die Arbeit einzusteigen. Wenn das passiert, könnte zum Gewerkschaftstag 2020 ein satzungsändernder Antrag vorgelegt werden. Das entspricht auch dem Beschluss des GEW Bundesgewerkschaftstages von 2017 „Weiterentwicklung der gewerkschaftlichen Bildungsarbeit der GEW“, in dem es heißt: „Gewerkschaftliche Bildungsarbeit ist u.a. ein strategisches Instrument zur personellen und politischen Entwicklung auf allen Ebenen der GEW.“

Die Aufgabe der Mitgliederwerbung, -aktivierung, -bindung sowie die Weiterentwicklung der GEW als Organisation sind und bleiben Daueraufgaben der GEW auch in der Zukunft.

Fredrik Dehnerdt, stellv. Vorsitzender GEW Hamburg

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