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„Gleiches Geld für gleichwertige Arbeit – Equal Pay!“

Geschrieben von: 
Presseredaktion
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Gewerkschaftstag der GEW Hamburg fordert ein Ende der mittelbaren Geschlechterdiskriminierung und solidarisiert sich mit den geflüchteten Lehrkräften aus der Türkei

Gestern tagte der Gewerkschaftstag, das höchste Gremium der GEW Hamburg, und diskutierte unter anderem über die mittelbare Geschlechterdiskriminierung bei der Besoldung von Grundschullehrkräften.

„Trotz gleichlanger Ausbildung werden Lehrkräfte an Grundschulen und in einigen Schularten der Sekundarstufe 1 immer noch eine Besoldungsstufe niedriger bezahlt als die übrigen Lehrkräfte. Da 90 % der Grundschullehrkräfte Frauen sind, wird dem Anspruch nach Förderung von Frauen und dem von der Großen Koalition geplanten Entgeltgleichheitsgesetz hier ganz offensichtlich widersprochen.  Wir fordern den Senat auf, der Diskriminierung von Frauen ein Ende zu bereiten. Spätestens mit der Neuordnung der Lehramtsausbildung muss diesem Missstand Abhilfe geschaffen werden. Gleiches Geld für gleichwertige Arbeit für Frauen und Männer – A13 bzw. E13 für alle!“, so Anja BensingerStolze, Vorsitzende der GEW Hamburg.

Mit dem Gewerkschaftag hat die GEW zudem eine Unterschriftenaktion „Ich habe A13 verdient und will es jetzt auch haben!“ beendet und wird die Unterschriften am 29.11.2016 um 10.30 Uhr an die Behörde übergeben.

Großen Beifall bekam die Generalsekretärin der türkischen Bildungsgewerkschaft Eğitim-Sen, Sakine Yilmaz, die über die jüngsten Entwicklungen in ihrem Land und deren Folgen für SchülerInnen, LehrerInnen sowie das Bildungssystem berichtete. Im September dieses Jahres ist sie nach Deutschland geflohen, um einer drohenden Verhaftung in ihrem Land zu entgehen. Die 39-jährige Yılmaz wird wegen ihrer gewerkschaftlichen Arbeit in der Türkei verfolgt und musste bereits zweimal für sechs und für zehn Monate ins Gefängnis. Sie ist mehrfach wegen Teilnahme an Protesten und angeblicher Unterstützung terroristischer Organisationen angeklagt und in einem Fall auch bereits verurteilt. In der Türkei drohen ihr über 20 Jahre Haft.

„Sakine Yılmaz wird in Deutschland von der GEW unterstützt. Mit Hilfe des Heinrich Rodenstein Fonds finanziert die GEW die anwaltliche Unterstützung ihres Asylantrags. Eine erste Anhörung zu ihren Fluchtgründen hat bereits stattgefunden, die Entscheidung dazu steht noch aus. Die GEW fordert eine Rücknahme der Entlassungen, ein Ende der Repressalien gegen GewerkschafterInnen, WissenschaftlerInnen, JournalistInnen und Oppositionspolitikerinnen und eine Rückkehr zu rechtsstaatlichen Verhältnissen in der Türkei“, so Fredrik Dehnerdt, stellvertretender Vorsitzender der GEW Hamburg.

Auf dem Gewerkschaftag wurde zudem eine Online‐Umfrage zur schulischen Inklusion in Hamburg aus Sicht der Beschäftigten vorgestellt. Die zentralen Ergebnisse sind:

  • Die Lehrkräfte fühlen sich überwiegend nicht gut auf die Inklusion vorbereitet.
  • Die Umsetzung in Hamburg wird mehrheitlich negativ bewertet.
  • Gefordert werden insbesondere zeitliche Entlastungen, personelle Verbesserungen sowie Raum- und Ausstattungsverbesserungen.

Foto: Burkard Vogt / pixelio.de