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„Aufschlag für die Grundsätze der nächsten Jahre“

Geschrieben von: 
GEW Hauptvorstand
Thema: 
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Der Gewerkschaftstag hat den Leitantrag „Bildung krisenfest machen“ verabschiedet. Die neue GEW-Chefin Maike Finnern lobte: „Mit diesem Antragspaket können wir gut arbeiten.“

Am dritten Tag des 29. Gewerkschaftstages der GEW wurde der Leitantrag des Hauptvorstandes „Bildung krisenfest machen“ mit großer Mehrheit verabschiedet. Damit sei es gelungen, so die neu gewählte GEW-Vorsitzende Maike Finnern, „einen Aufschlag zu machen für die Grundsätze der nächsten Jahre“.

Coronakrise macht Nachholbedarf sichtbar

Katja Cordes vom Landesverband Schleswig-Holstein sagte für die Antragskommission: „Bildung krisenfest machen“ sei aus der Coronakrise heraus entstanden, „die uns alle seit mehr als einem Jahr begleitet, aus einer Situation heraus, die für uns alle neu war, die uns alle viel Kraft und Nerven gekostet hat“. Der Antrag verfolge das Ziel, „für alle Bildungsbereiche und damit alle Organisationsbereiche der GEW aufzuzeigen, an welchen Stellen die Coronakrise Nachholbedarf sichtbar gemacht hat“.

Finnern bekräftigte dies in ihrer anschließenden Präsentation des Antrags. Die durch die Coronasituation aufgezeigten Schwächen des Bildungssystems bildeten die Ausgangssituation für die Handlungsempfehlungen. „Wir haben für alle Bildungsbereiche konkrete Forderungen formuliert, die die Politik zumindest des nächsten Jahres, aber auch der nächsten Jahre mit Sicherheit bestimmen werden.“

In der Präambel des Antrags heißt es: „Die Corona-Pandemie hat die Schwächen und Defizite des Bildungssystems in Deutschland offengelegt und wie unter einem Brennglas deutlich sichtbar gemacht. Die Versäumnisse der vergangenen Jahrzehnte haben dazu geführt, dass die Pandemie die Bildung in eine veritable Krise gestürzt hat. Politik muss jetzt so schnell wie möglich und dennoch nachhaltig um- und gegensteuern, sonst drohen vielen jungen Menschen der sogenannten Corona-Generation erhebliche Nachteile in Ausbildung, späterem Berufsleben sowie gesellschaftlicher und privater Teilhabe.“

Wichtige Punkte, um die es in dem Leitantrag geht:

  • die Qualitätsstandards im Kita-Bereich
  • eine qualitativ gute Ganztagsschule
  • Aufstockung des Budgets des Zukunftsvertrags Studium und Lehre
  • Verbesserung der Beschäftigungsbedingungen an den Hochschulen
  • Lehrende-Studierende-Relationen
  • Thema Ausbildung und Fachkräftemangel
  • Ausbildung von mehr Lehrkräften
  • Perspektiven für Quer- und Seiteneinsteigern in den Schulen hinsichtlich Qualifizierung
  • Forderung nach einem Bundes-Weiterbildungsgesetz
  • Regelungen zu Information, Beratung, Langzeitfinanzierung der Weiterbildung
  • Behebung des Sanierungsstaus
  • Aufbau digitaler Infrastruktur
  • Ausstattung, Wartung, Datenschutz
  • Entwicklung inklusiver digitaler hybrider Lehr- und Lernkonzepte
  • Senior*innenpolitik
  • Vielfältigkeit
  • und andere mehr

Riesenschritt nach vorne

Finnern strich heraus, dass die GEW an der Forderung nach einem Bau- und Sanierungsprogramm für marode Schulen und Hochschulen festhalte. Das werde zwar immer noch nicht ausreichen. „Aber wenn es gelingt, ein Zehnjahresprogramm mit jährlich 3,5 Milliarden Euro aufzusetzen, wäre das schon mal ein Riesenschritt nach vorne“, so die GEW-Vorsitzende.

Auch das Thema Digitalisierung war ihr eine besondere Erwähnung wert. Sie kritisierte, dass über die Entwicklung digitaler hybrider Lehr- und Lernkonzepte in den letzten Monaten schlicht und einfach nicht genug debattiert worden sei. Es gehe der GEW aber immer darum, „unter dem Primat der Pädagogik zu gucken, wie können wir Digitalisierung an Schulen sinnvoll einsetzen“, sagte die GEW-Chefin.

Die beschlossenen Anträge lagen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Textes noch nicht in der finalen Fassung vor. Sie werden im Laufe der kommenden Tage hier veröffentlicht.