Kinder und Jugendliche erleben eine Welt voller Krisen und werden unsicher. Die digitale Vortragsreihe "Zuversicht statt Krisenmodus. Wie Literatur stärken kann" der AJuM der GEW fragt nach literarischen Gegenentwürfen.
Die Welt steht Kopf: Ein Krieg jagt den anderen. Klimakrisen werden immer bedrohlicher. Die Mächtigen verlieren allen Anstand. Die schlechten Nachrichten haben Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche, die immer mehr unter psychischen Problemen leiden. Wie kann man dem Krisenmodus mit Kinder- und Jugendmedien (KJM) begegnen und Leser*innen Perspektiven anbieten? Immer wieder tauchen in diesem Kontext Begriffe wie Empowerment, Resilienz, Mental Health und Hoffnung als Schlagworte auf.
Von schwierigen Situationen erzählen
Seit dem Aufkommen problemorientierter Kinder- und Jugendliteratur in den 1970er Jahren weichen realistische und fantastische Kinder- und Jugendbücher den oben aufgeführten Themen nicht aus, sondern erzählen von schwierigen Situationen, können emotional berühren und spielen eine entscheidende Rolle in der Entwicklung ihrer Lesenden.
Wir möchten uns in der digitalen Vortragsreihe „Zuversicht statt Krisenmodus – Wie Literatur stärken kann“ der AJuM vom 3. September bis zum 12. November 2026 mit erzählten Gegenentwürfen zu aktuellen Krisen und Utopien beschäftigen. Dabei stellen wir folgende Fragen:
- Welche Wege zeigen aktuelle Kinder- und Jugendmedien im Umgang mit Krisen auf?
- Wie geht der Buchmarkt mit Eskapismus um, wie die Autor*innen, wie die Buchkritik?
- Wie zeigt sich Hoffnung in aktuellen Kinder- und Jugendmedien?
- Wie kann durch die Arbeit mit Literatur Kindern und Jugendlichen Zuversicht gegeben werden?
- Welche Rolle kann die Literaturvermittlung bei der Überwindung von Krisen spielen?
- Was erwarten/wünschen sich Kinder und Jugendliche von der Literatur? Was ist ihnen wichtig?
- Muss ein Buch gut ausgehen, um Hoffnung zu vermitteln?
Das Programm
Die digitale Vortragsreihe „Zuversicht statt Krisenmodus – Wie Literatur stärken kann“ besteht aus fünf Veranstaltungen:
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Aus kulturwissenschaftlicher Sicht lässt sich jeder literarische Text als Aushandlungsraum für soziale Transformationen und politische Konflikte lesen. Gleichzeitig heißt es, insbesondere im Zusammenhang mit dem Phänomen Young Adult und New Adult, die Literatur für junge Menschen verführe zum Rückzug, zum Eskapismus, anstatt Mut zu machen, die aktuellen Probleme anzupacken. Der Vortrag fragt nach dem kritischen und letztlich politischen Potential vermeintlich eskapistischen Erzählens.
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Ein Wal im Garten, ein gischtender Fluss, eine Perlenkette gehören zu den polyvalenten Elementen aus Bilderbüchern der letzten Jahre und haben gemeinsam, dass sie den Protagonist*innen in Krisensituationen Halt und Orientierung bieten und Rezipient*innen vielschichtige Identifikationsangebote eröffnen. Im Vortrag sollen exemplarisch Deutungsspielräume erschlossen und kindliche Zugänge vorgestellt werden.
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Bilderbücher moralisieren oft stark und zeigen eindeutige Wege auf, wie Krisen zu bewältigen sind. Seltener sind Bilderbücher so offen gestaltet, dass Kinder eigene Wege der Krisenbewältigung entwickeln können. Im Vortrag werden Kriterien vorgestellt, die helfen können, Bilderbücher auszuwählen, die das eigene Nachdenken befördern und eine vertiefte Auseinandersetzung aus verschiedenen Perspektiven ermöglichen.
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Wie sprechen Jugendliche über aktuelle Bücher? Was empfehlen sie? Was kritisieren sie? Wie stehen die Jugendlichen zu den in Büchern dargestellten Krisen einerseits und Utopien andererseits? Sollten Bücher Zuversicht schenken oder schonungslos Konsequenzen des Handelns zeigen? Die Perspektiven der Jugendlichen auf Bücher stehen im Mittelpunkt des Gesprächs und ergänzen die Vorträge der Reihe um den Blick aus der Zielgruppe.
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12. November 2026, 17:00 – 18:30 Uhr: „Bücher für die Krise“ – Podiumsdiskussion:
Wie geht man mit Eskapismus in den aktuellen Kinder- und Jugendmedien um? Welche Rolle spielen dabei die Buchkritik und die Leser*innen, z. B. in Booktok-Communities? Wie zeigt sich Hoffnung? Muss ein Buch gut ausgehen, um Hoffnung zu vermitteln? Diese und weitere Fragen sollen vor allem in Bezug auf den aktuellen Buchmarkt diskutiert werden.
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Du willst eintreten? Herzlich willkommen!
Bild: Aline Dassel auf Pixabay
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