Der Gewerkschaftstag der GEW Hamburg hat am 6. Mai im Curiohaus klare Beschlüsse zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen an Hamburger Schulen gefasst. Im Zentrum standen die Konsequenzen aus der Arbeitszeitstudie, die Weiterentwicklung des Vorbereitungsdienstes sowie verbindliche Regelungen zur Digitalisierung.
Mit großer Mehrheit beschlossen die Delegierten umfassende Forderungen zur Entlastung von Lehrkräften. Die GEW Hamburg verlangt eine verbindliche Arbeitszeiterfassung, konkrete Maßnahmen zur Reduzierung der Arbeitsbelastung sowie zusätzliche Stellen, um die hohe Zahl an Überstunden abzubauen. Hintergrund sind die alarmierenden Ergebnisse der Arbeitszeitstudie, die eine regelmäßige Überschreitung der gesetzlichen Arbeitszeit belegen. Beschlossen wurde, noch in diesem Jahr eine Arbeitszeitkonferenz durchzuführen. „Die Ergebnisse der Arbeitszeitstudie sind eindeutig – wir haben kein Erkenntnisproblem, sondern ein Umsetzungsproblem“, erklärt Yvonne Heimbüchel, stellvertretende Vorsitzende der GEW Hamburg „Mit der Konferenz und einer Kommission bringen wir Kolleg*innen, Personalräte und Expert*innen zusammen, um konkrete Schritte zur Entlastung zu entwickeln und den Druck auf die Politik zu erhöhen. Klar ist: So wie bisher kann es nicht weitergehen.“
Ein weiterer Beschluss betrifft die Digitalisierung an Schulen. Die Delegierten sprechen sich für eine klare, einheitliche und arbeitsschutzkonforme digitale Infrastruktur aus. Dazu gehören die vollständige Ausstattung mit dienstlichen Endgeräten, verbindliche Datenschutzstandards sowie Maßnahmen gegen digitale Arbeitsverdichtung. Bodo Haß, stellvertretender Vorsitzender der GEW Hamburg, betont: „Digitalisierung darf nicht zu mehr Belastung führen. Wir brauchen endlich verlässliche Rahmenbedingungen: dienstliche Geräte für alle, funktionierenden Support und klare Regeln, die den Arbeits- und Gesundheitsschutz sichern.“
Auch zur Ausbildung von Lehrkräften hat der Gewerkschaftstag Position bezogen. Die GEW Hamburg fordert eine grundlegende Weiterentwicklung des Vorbereitungsdienstes, die stärker an den tatsächlichen Anforderungen des Schulalltags ausgerichtet ist und organisatorische sowie finanzielle Belastungen für Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst reduziert.
Im Rahmen des Gewerkschaftstages fand zudem ein Austausch mit Schulsenatorin Ksenija Bekeris statt. Die Diskussion verlief kritisch, aber konstruktiv. Die GEW machte deutlich, dass sie konkrete Schritte zur Entlastung erwartet, während die Senatorin Gesprächsbereitschaft signalisierte. Entscheidend wird aus Sicht der GEW sein, dass den Worten nun auch Taten folgen.
Sven Quiring, Vorsitzender der GEW Hamburg, erklärt: „Der Gewerkschaftstag hat eindrucksvoll gezeigt, wie groß der Handlungsdruck ist. Unsere Delegierten haben klare Beschlüsse gefasst und damit ein starkes Signal an die Politik gesendet. Ich danke allen Beteiligten für ihr großes Engagement.“
Der Gewerkschaftstag ist das höchste beschlussfassende Gremium der GEW Hamburg. Gewählte Delegierte aus allen Bildungsbereichen entscheiden hier über die gewerkschaftspolitische Ausrichtung.
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